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In Deutschland lebt jeder Fünfte allein, 2011 waren das 15,9 Millionen Menschen. Freunde werden zunehmend zum Familienersatz. Eine aktuelle Umfrage ergab, 51% aller Deutschen glauben durch Freunde glücklich zu werden.
Studien belegen auch, dass Menschen, die gute Freunde haben gesünder und zugleich länger leben. Freunde stärken das Immunsystem denn: sie gehen ein beruhigendes Gefühl, sie bewirken, dass sich eine Art Schutzwall für Seele und Körper einstellt, das schützt vor innerem Stress, so können Freunde sogar den Genesungsprozess nach Erkrankungen positiv beeinflussen, fanden amerikanische Wissenschaftler heraus. Freundschaften verringern auch Stress. Sie sind also weit mehr als Bekannte, mit denen man ins Kino, ins Stadion oder in die Kneipe geht.
Um so tragischer ist es, wenn Freunde fehlen. Eine internationale Studie ergab aber auch, dass 20% aller Deutschen, 23 % aller Östereicher und sogar 34 % der Ungarn keinen einzigen Freund haben. Etwa 10% der Bevölkerung hierzulande fühlt sich sogar vereinsamt.
Die meisten Menschen flüchten sich in die Liebesbeziehung, doch ohne Freunde kann die rasch überfordert werden. Schließlich haben Menschen unterschiedliche Facetten und Bedürfnisse. Wissenschaftler sind sich einig: wir brauchen nahe persönliche Beziehungen, die herzlich sind und uns trotzdem nicht einengen.
Freundschaften sind zwar distanzierter als Zweierbeziehungen, aber dafür auch weniger krisenanfällig. Trotzdem ist Freundschaft eine schwierige Lebensaufgabe. Manchmal entwickeln sich die Lebenswege und Ansichten auseinander, Freunde verlieren durch Ortswechsel und/oder Familiengründungen den Draht zueinander.
Die beste Freundin, den besten Freund, wie wir ihn aus Kindheit und Jugend kennen, verlieren im Erwachsenenalter oft die Vorrangstellung. Psychologen gehen davon aus, dass es im Erwachsenenalter durch die Entwicklung der Persönlichkeit sinnvoll ist mehrere, verschiedene Freundschaften für verschiedene Lebens- und Persönlichkeitsbereiche zu haben.
Gerade in großen Städten gibt es kaum einen Mangel an Begegnungen mit Menschen, Bekanntschaften zu machen ist für viele kein großes Problem, aber wie entstehen aus Bekanntschaften Freundschaften und wie können "Durchschnittsfreunde" zu wahren Freunden werden?
Wie kann eine Freundschaft erhalten werden. wie viel Kritik verträgt sie und kann es auch richtig sein eine Freundschaft zu beenden? Ja, sagen Experten, durchschnittlich dauern Freundschaften sieben Jahre, neue Freunde können uns weiterbringen, sie spiegeln unser Selbst, durch sie lernen wir über uns.
Zu Gast im Studio: Dr. Wolfgang Küger
Psychologe und Psychotherapeut, Autor zahlreicher Sachbücher, auch von "Wie man Freunde fürs Leben gewinnt- Vom Glück einer besonderen Beziehung" Herder Verlag, 2010
Beitrag von Ute Mueller-Schlomka









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