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Fr 03.08.12 18:30

Service

Liegeräder und Trikes

Im Jahr 1973 erinnerten sich amerikanische Studenten an eine fast vergessene Entwicklung des frühen 20. Jahrhundert: Das Liegerad. Wer sich dafür entscheidet sollte es unbedingt auf einer längeren Testfahrt ausprobieren.

Warum aufrecht sitzend gegen den Wind kämpfen, wenn es auch anders geht. 1973, im Jahr der weltweiten Ölkrise greifen amerikanische Studenten eine fast vergessene Entwicklung des frühen 20. Jahrhunderts wieder auf. Damals gab es schon die ersten Liegeräder, auf denen man mit nach hinten gelehntem Oberkörper ähnlich wie in einem Sessel saß. Des geringeren Windwiderstands wegen, waren Liegeradler schneller als ihre Konkurrenten auf konventionellen Rennrädern. Die Konsequenz: Liegeräder wurden vom Radsport ausgeschlossen. Im Gegensatz zu ihren historischen Vorbildern sind moderne Liegeräder heute sehr wendig und um einiges flotter. Geübte Fahrer erreichen locker 50 Kilometer pro Stunde. Dennoch ist das Liegerad bis heute ein Exot geblieben.

Aufbau des Liegerades
Ein Liegerad ist ein Fahrrad mit einer nach hinten geneigten Sitz- bzw. Liegeposition. Es verfügt im Unterschied zu einem herkömmlichen Fahrrad anstatt eines Sattels  über einen Netz- oder Schalensitz. Das Tretlager und die Pedale sind vorne angebracht. Die meisten Liegeräder sind nicht schwieriger zu fahren als gewöhnliche Fahrräder; abhängig vom Liegeradtyp und der Lenkerform kann allerdings eine kurze Eingewöhnungsphase erforderlich sein. Es gibt zusätzlich die Trikes mit einem Rad vorne und zwei Rädern hinten. Hier liegt der Fahrer sehr viel tiefer und die drei Räder halten das Gleichgewicht. Gut für Menschen, die damit Probleme haben. So können auch sie wunderbare Ausflüge machen.

Liegeräder werden in Manufakturen hergestellt. Volle Federung ist unerlässlich, denn jeder Pflasterstein stößt beim Trikefahren. Jedes Rad hat seinen Preis. Durchschnittswerte sind um die 2000 Euro, doch die Spanne reicht wohl von 450 - 8.000 Euro. Derzeit dürften in Deutschland ungefähr 30.000 Liegeräder unterwegs sein, dem gegenüber stehen rd. 50 Mio. Räder mit Diamantrahmen.

Was Liegeräder ausmacht
Der wichtigste Vorteil beim Liegerad ist die entspannte Körperhaltung. Die Belastung ist ganz anders verteilt und es gibt auch bei längerem Fahren keine Probleme mit Druckstellen oder mit Scheuerstellen im Gesäßbereich. Es gibt kaum Belastungen bzw. Verkrampfungen der Arme, der Handgelenke und des Rückens und der Schultern. Insofern ist das Liegerad besonders geeignet als Reisefahrrad und wird auch zunehmend so verwendet.
Der Fahrradreisende kann viel mehr die Umgebung, die klimatische Situation und die Menschen erleben und hat trotz langem Fahren eine bequeme Situation. Auch die aerodynamische Situation ist im Vergleich günstiger, der Luftwiderstand also geringer und der Output bei gleichem Krafteinsatz insofern besser. Durch die tiefe Haltung sind Überschläge mit dem Kopf unwahrscheinlicher.
Trotzdem ist natürlich im dichten Straßenverkehr eine besondere Umsicht geboten. Viele Autos sind heutzutage höher, man kann schlecht über parkende Autos hinweg schauen und die vielen Autoausfahrten sowie die Bordsteinkanten sind eine besondere Herausforderrung. Liegeradfahrer berichten davon, dass sie von den anderen Verkehrsteilnehmern sehr wohl wahrgenommen werden. Hilfreich sind Wimpel, um sich noch besser kenntlich zu machen. Nachteilig beim Liegerad ist das Gewicht im Vergleich zu Rädern ähnlicher Preisklasse. Reparaturen sind häufig aufwendiger bzw. kostspieliger. 
 

Dieser Text gibt den Sachstand vom 03.08.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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Kontakt zum Experten von zibb:
Dipl.-Ing. Bert Kricheldorf
Fahrrad- und Spezialradhandel (Öffnungszeiten: Di - Fr 14-20 Uhr)
Libauer Str.16
10245 Berlin
Tel: 0302924606
e-mail: hofrad@t-online.de
TIPP für interessierte Zuschauer:
Entspannt Liegeräder und Trikes testen bei Probefahrten auf dem Flugfeld Tempelhof.
jeweils Samstags 10:30 Uhr am Haupteingang Columbiadamm.
Bitte anmelden bei hofrad!

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