Service - No-Name-Produkte

Sie sehen unscheinbar aus, tragen Namen wie Gut & Günstig, Ja! Oder TiP und sind der Shootingstar im Lebensmittelregal: No-Name-Produkte.

Massenweise verdrängen sie Markenartikel. Die Kunden greifen gern zu, denn die No-Names sind viel billiger als entsprechenden Markenprodukte und das bei oft guter Qualität. Kein Wunder, denn hinter vielen "Billigheimern“ steckt ein prominenter Hersteller. zibb zeigt, wie Sie als Markendetektiv Schnäppchen auf hohem Niveau schlagen können.

Wenn ein No-Name-Produkt von demselben Hersteller kommt, wie das Markenprodukt, sind die beiden Produkte dann automatisch komplett identisch?

Nein, in der Regel ist es ein anderes Produkt. Es gibt noch keinen Beweis per Labor für identische Produkte, nur Indizien. Z.B. wenn ein Produkt vom selben Hersteller kommt und auch die ellenlange Zutatenliste übereinstimmt. Da kommt das Billigprodukt dem Markenprodukt schon ziemlich nah. Aber man darf nicht vergessen: selbst wenn eine Zutatenliste identisch ist, weiß ja keiner ob z.B. die verwendeten Rohstoffe die gleichen sind, z.B. das gleich gute Olivenöl o.ä. Man sollte auch einmal einen Geschmackstest machen.

Wie erkenne ich als Verbraucher, dass der Hersteller derselbe ist?

Bei Milch/Fisch/Fleisch am Identitätskennzeichen, wenn das übereinstimmt, dann stammt das Produkt vom selben Produzenten. Bei anderen Produkten wird’s schwieriger, manchmal haben sie als Produzent einen Phantasienamen aber denselben Herstellungsort oder manchmal steht nur Lidl drauf, manchmal hilft es die Zutatenlisten zu vergleichen. Die Buchautorin hat sich die Mühe gemacht und hat in Wirtschaftsdatenbanken/Handelsregister recherchiert.

Bei welchen Produkten lässt sich am meisten sparen?

Bei Knabberzeugs bis zu 60 %, bei Rotwein 67 %, bei Sekt auch sehr viel. Im Durchschnitt kann man durch No-Names 40 % sparen. Das ist mehr geworden, früher war es 30 %.

Bei welchen Handelsketten?

Die Buchautorin hat bei ihren Stichproben am meisten bei Netto eingespart, nämlich 53%, dicht gefolgt von Lidl mit 50%.

Warum machen Hersteller da mit?

Weil es von den Handelsketten und Verbrauchern nachgefragt wird. Früher war es ein No-Go, jetzt wird’s immer mehr, es hat sich bestätigt, dass die Produkte gut sind. Da können allerdings nur die großen Produzenten mitmachen, nur sie können dem Druck der Handelsketten nachgeben und zu günstigen Preisen produzieren. Auf der anderen Seite werden so entstandene Produktionslücken genutzt, weil weniger Markenprodukte produziert werden, haben die Hersteller jetzt Kapazitäten frei, die sie nutzen.

Warum machen die Handelsketten es?

Es ist ein Segment, um sich zu profilieren, eine Visitenkarte. Jetzt gibt es sogar Premiummarken der Handelsketten, also zwei No-Name-Produkte in einem Laden. Die Premiummarken sind netter gestaltet, die Handelsketten bauen die No-Names aus zu ihren Visitienkarten, das ist eine Chance, sich zu profilieren.

Einige Beispiele

In dem Buch werden über 300 No-Name-Produkte und ihre prominenten Hersteller aufgelistet, hier nur einige Beispiele: "Golden Toast Butter Toast“ von Lieken für 1,19 EUR hat große Ähnlichkeit mit dem "Grafschafter Butter Toast“ von Lidl für 0,49 EUR, beide Produkte stammen aus dem niedersächsischen Garrel und in der Zutatenliste und der Nährwertkennzeichnung gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Große Ähnlichkeit auch bei den "Toast Brötchen Mehrkorn“ von Harry und den "Toastbrötchen Mehrkorn“ von Aldi, Ersparnis: 36%. "Milram Speisequark“ und "gut & günstig Speisequark“ von Edeka oder "Speisequark“ von Penny
(Beitrag von Susanne Stein)