Illustration: Hautkrebs - Sonnencreme als Sonne auf dem Rücken einer Badenden (Bild: dpa)

Service - Selbstbräuner - besser als ihr Ruf?

Jetzt, wo die T-Shirt-Saison beginnt und alle wieder Haut zeigen, ist auch der blasse Teint des Winters out. Aber wie bekommt man schnell eine gesunde und natürliche Bräune hin? Zibb will wissen, was dran ist, an den Vorurteilen über Selbstbräuner.

Zu Gast im Studio: Dr. Yael Adler, Dermatologin

Die Bräune aus der Tube
Wer will schon käseweiße Beine und Arme zeigen, wenn es nun endlich wärmer wird, die T-Shirt-Saison beginnt und luftige Röcke getragen werden? Bis vor rund hundert Jahren galt eine helle Haut als absolutes Schönheitsideal der Oberschicht. Sonnenbräune hingegen war ein Merkmal des niederen Standes - beispielsweise von Bäuerinnen. Doch die blasse Vorliebe fand ein abruptes Ende, als Mode-Ikone Coco Chanel zart gebräunt von einem Segeltrip wiederkehrte. Plötzlich wollten alle Sonnenteint tragen. Und das ist bis heute so.

Die Qual der Wahl

Gel, Lotion, Creme, Schaum, Bräunungstuch oder Spray? Reine Geschmackssache! Aber da der Bräunungswirkstoff DHA der Haut Feuchtigkeit entzieht, empfiehlt sich bei trockener Haut besonders Bräunungslotion oder -milch.
Nicht jedes Produkt ist auch für die empfindliche Gesichtshaut geeignet - auf die Packungsaufschrift achten.
Das geöffnete Produkt sollte innerhalb von sechs Monaten verbraucht werden. Noch schneller können die Mittel in der prallen Sonne verderben. Dann zerfällt DHA und es entstehen geringe Mengen Formaldehyd.

Wie funktioniert die Bräune aus der Tube?
Selbstbräuner enthalten den Wirkstoff Dihydroxyaceton (DHA) in einer Konzentration von 2 bis 5 Prozent. Das ist eine Zuckerart, die mit Eiweißen und Aminosäuren in der oberen Hautschicht reagiert. Dabei bilden sich Melanoide, die Haut nimmt einen bräunlichen Farbton an, der je nach Hauttyp unterschiedlich ausfällt. Bei etwa zehn Prozent der Benutzer bleibt DHA ganz wirkungslos, vermutlich, weil ihre Haut nicht genügend Eiweiß bildet.
Da sich die Haut ständig erneuert, hält die Bräunung maximal fünf bis sieben Tage. Bei den ersten Anwendungen kann der Effekt deutlich kürzer anhalten, verstärkt sich dann bei häufigeren Anwendungen.

Wie wendet man Selbstbräuner an?
- Das beste Ergebnis erzielen Sie mit einem Auftragen des Selbstbräuners nach dem Duschen und einem Ganzkörper-Peeling.
- Bei empfindlicher Haut sollte zunächst auf einer kleinen Hautpartie getestet werden, ob die Haut allergisch regaiert.
- Beginnen Sie bei den Beinen. Selbstbräuner mit kreisförmigen Bewegungen auftragen. An Knien und Ellenbogen sparsamer mit der Creme sein, denn Hornhaut kann sich stärker färben.
- Augenbrauen und Haaransatz beim Auftragen auslassen, sonst wird das Ergebnis fleckig.
- Nach dem Eincremen Hände waschen und die Fingernägel abbürsten - sonst gibt's Verfärbungen.
- Vorsicht mit der Kleidung: Selbstbräunende Creme oder Lotion ist schwer aus der Kleidung, vor allem Synthetik, herauszukriegen. Beim Auftragen also möglichst keine Wäsche oder nur Unterwäsche tragen. Und vor dem Anziehen ca. 20 Minuten warten.

Selbstbräuner schützt nicht nicht vor Sonnenbrand!
Selbstbräuner enthalten keinen UV-Schutz. Das heißt, es wäre ein Trugschluss zu glauben, die leicht gebräunte Haut reagiert sonnenunempfindlicher.
Beitrag von Andrea Brandt