Ein Paar Wanderschuhe auf einer Wiese, Quelle: imago

Service - Trekkingstiefel

Robust, stabil und bequem sollten gute Trekkingstiefel sein. Sie müssen Knöchel und Füße schützen, stützen und trocken halten – auf befestigten Wegen genauso wie auf Geröll und unwegsamen Terrain. Stiftung Warentest hat 15 Paare zu Preisen von 20 bis 230 Euro im Gelände und im Labor geprüft.

Trekking ist Trend! Anspruchsvolle Touren über Stock und Stein, dazu Natur pur – das ist herrlich für Körper und Seele. Richtig Spaß macht das aber nur mit den passenden Schuhen: Wenn sie trocken bleiben, nicht scheuern oder rutschen. Die Stiftung Warentest hat jetzt geländefeste Trekkingstiefel für Männer und Frauen untersucht. Im Praxistest und im Labor hat Warentest den Tragekomfort und die Funktion der Schuhe geprüft. Außerdem wurde die Haltbarkeit der Laufsohle, des Innenfutters und der Schnürteile untersucht und auf bestimmte Schadstoffe getestet.

Die meisten „gut“ – aber vier Ausreißer
Zwei Drittel der Trekkingstiefel im Test sind robust, stabil und bequem. Sie stützen Knöchel und Füße beim Wandern "gut“ ab und sind auch für anspruchsvolle Touren auf unbefestigten Wegen geeignet. Vier Modellen gelingt das aber nicht gut, eines enthält zu viele Schadstoffe. Insgesamt prüfte die Stiftung Warentest 15 Paar Trekkingstiefel für Frauen und Männer. Die Schuhe kosteten zwischen 150 und 230 Euro. Eine Ausnahme bildete der Trekkingschuh von Lidl, eine Aktionsware für 21 Euro. Die Ergebnisse reichen von "Gut“ bis „Mangelhaft“.

Gleich zehn "gute“ Trekkingstiefel stehen zur Wahl. In der Preisspanne zwischen 160 Euro und 170 Euro finden sich die preiswertesten unter den besten Modellen. Der Schuh von Jack Wolfskin hingegen wird schnell undicht und saugt sich mit Wasser voll, der Schuh von Lidl ist schlecht atmungsaktiv, bietet kaum Trittsicherheit und dämpft schwach. Beide schneiden nur „ausreichend“ ab.

Giftige Schadstoffe gefunden

Ein Stiefel von Mammut enthielt eine höhere Menge Naphthalin. Die Tester fanden den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff (PAK) in der Einlegesohle und im Schuhinneren. Der Schadstoff steht in Verdacht Krebs zu erzeugen. Deshalb bekam dieser Schuh ein "Mangelhaft“.

Drei Schuhtypen für unterschiedliche Ansprüche
Bei Trekkingstiefeln kann man im Prinzip zwischen drei verschiedenen Schuhtypen unterscheiden. Die leichten Wanderschuhe für normale Wanderwege haben eine biegsame Sohle und einen biegsamen Schaft. Etwas schwerer sind die geländefesten Trekkingschuhe, die auch auf unbefestigten Wegen wie z.B. Geröllfeldern getragen werden können. Sie sind fester als die leichten Wanderschuhe, ihre Sohle ist steifer und profilstark und sie bieten dem Fuß einen stabilen Halt. Als dritte Kategorie gibt es für hochalpine Touren, die z. B. auch über Gletscher führen, schwere Bergstiefel, die eine völlig unbewegliche Sohle haben und zudem steigeisentauglich sind. Durch ihre Steifheit sind sie für reine Wandertouren nicht geeignet.

Tipps zum Trekkingschukauf
Um den richtigen Trekkingstiefel zu finden, nehmen Sie sich Zeit und besuchen Sie den Fachhandel. Überlegen Sie als erstes, in welchem Gelände Sie die Schuhe tragen wollen, zu welcher Jahreszeit und wie lange ihre Touren dauern. Schuhe sollten Sie immer nachmittags anprobieren, denn dann sind die Füße oft geschwollen und daher größer. Der Schuh sollte sofort optimal passen. Ein Trekkingschuh muss nicht eingelaufen werden. Entweder er passt oder es passt nicht. Nehmen Sie die Einlegesohle aus dem Schuh und stellen Sie Ihren Fuß drauf. Zwischen Sohlenspitze und Fuß sollte mindestens ein Daumen breit Platz sein. Jeder Trekkingschuh-Hersteller hat seinen eigenen Leisten. Probieren Sie daher unbedingt verschiedene Hersteller. Nutzen Sie intensiv das Testgelände im Fachgeschäft. Sitzt der Schuh? Bieten Schaft und Sohle Halt? Wie ist das Schuhklima. Schnüren Sie den Schuh auch nach. Die Zehen dürfen nicht nach vorn an die Schuhspitze rutschen. Und: Laufen Sie auch ausgiebig bergab.

Beitrag von Michael Großmann