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Um im Winter ihre Körpertemperatur halten zu können, sind Nistkästen für Vögel unverzichtbar. Der Spätherbst ist die ideale Zeit, sie aufzuhängen. Das Angebot ist riesig und jeder Vogel bevorzugt eine andere Art von Nistplätzen. zibb gibt Tipps.
Vögel haben eine ganz wichtige Funktion im Ökosystem. Sie verbreiten Samen und schützen Bäume und Pflanzen vor Schädlingen. So verputzt eine Meisenfamilie etwa 25 Kilo Insekten im Jahr.
Doch es gibt immer weniger Streuobstwiesen, dafür mehr Monokulturen. Die Wälder werden kleiner, Baumhöhlen fehlen zum Nisten und Schlafen. Überall, wo der natürliche Lebensraum für Vögel fehlt, werden Nistkästen aufgehängt. Nistkästen dienen den Vögeln im Frühling als Nisthilfe und im Winter als warme Schlafstube. Verteilt werden die Kästen meist von Naturschützern, die sich auch um die Reinigung und Reparatur der kleinen Häuschen kümmern.
Doch auch alle Vogelfreunde und Naturliebhaber können im eigenen Garten aktiv werden. Um Nistkästen aufzuhängen, ist jetzt genau die richtige Zeit, denn die Vögel orientieren sich derzeit schon für den kommenden Frühling. Eine gute Voraussetzung ist ein vogelfreundlicher Garten mit vielfältiger Bepflanzung und Vogeltränke. Bäume und Sträucher sind die wichtigsten Nahrungsquellen für Gartenvögel.
Nistkästen gibt es in vielen Farben und Formen zu kaufen, doch nicht jeder Nistkasten ist für jede Vogelart geeignet. Wichtig ist, dass der Kasten groß genug ist und sich gut reinigen lässt. Die Farbe ist nicht entscheidend. Nistkästen sollten aus Vollholz oder Holzbeton sein und keinesfalls ein Blechdach haben, damit es den Jungvögeln nicht zu heiß wird.
Von der Größe des Einfluglochs ist abhängig, welcher Vogel darin brütet. Die Grundfläche des Nistkastens sollte 16x16 Zentimeter sein und das Einflugloch 32 mm Durchmesser haben, für Blaumeisen 28 mm. Verwendet werden sollten Bretter (ungehobelt, 20 mm dick), aus Fichte, Tanne oder Buche. Sperrholz und Spanplatten sind ungeeignet. Es empfiehlt sich, mit Schrauben zu arbeiten, denn so spart man zusätzliches Verleimen. Zur Belüftung und Entfeuchtung etwa 5 mm dicke Löcher in den Boden bohren. Die Außenwände am besten mit Leinöl bestreichen.
Nistkästen sollten nach Osten/Südosten ausgerichtet sein und auf keinen Fall in der Sonne hängen. Eine Höhe von zwei bis drei Metern ist meistens ideal. Wichtig ist, sie mit einem Alunagel anzubringen, damit der Baum nicht geschädigt wird.
Damit kein Regen eindringen kann, sollte ein Nistkasten nach vorn über hängen. Damit keine Marder oder Katzen an den Kasten kommen, können sie frei an einen einzelnen Ast aufgehängt werden oder der Baumstamm ist durch einen Marderschutz gesichert.
Nach der Saison sollten die Kästen gereinigt werden, denn oft hausen dort Milben, Zecken oder Flöhe. Es reicht aus, das Nest zu entfernen und den Kasten auszufegen. Damit sich die Vögel heimisch fühlen und den Nistkasten auch benutzen, sollte der Garten möglichst naturnah angelegt sein. Dazu muss nicht die ganze Gartenfläche umgestaltet werden. Es reicht, wenn bestimmte Bereiche sich selbst überlassen sind - also Unkraut wachsen lassen, weniger Rasen mähen, im Herbst das Laub liegen lassen und allmählich fremdländische Pflanzen gegen einheimische ersetzen.
Wenn neben dem Nistkasten noch ein Futterhäuschen aufgestellt wird, ist die Infrastruktur komplett, denn Futter wird im Winter rar. Deshalb ist es wichtig, Beerensträucher im Garten anzupflanzen. Wenn die Schneedecke geschlossen ist und die Temperaturen unter minus 5 Grad betragen, kann gefüttert werden.
Ein Gemisch aus Nüssen, Äpfeln, Haferflocken und Rosinen, gebunden mit Pflanzenfett ist schnell hergestellt. Ebenso geeignet ist gekauftes Vogelfutter. Sicher würden die Vögel auch ohne uns überwintern. Sie haben Fettreserven und ein schützendes Federkleid. Aber wenn wir die Vögel füttern, tun wir auch uns einen Gefallen. Wir können sie vom Fenster aus beobachten uns an ihnen erfreuen.
Beitrag von Derk Ehlert










