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Über die Hälfte der Deutschen kauft inzwischen per Mausklick ein, doch die Verbraucher-Klagen häufen sich. zibb erklärt die Fallen beim Online-Shopping und welche Rechte Kunden haben.
Zu Gast im Studio ist Mathis Gröndahl, Anwalt aus Berlin
Bestellte Waren werden nicht fristgerecht oder gar nicht geliefert, die Produktbeschreibungen sind falsch oder ein Umtausch ausgeschlossen. Unser Gast Mathis Gröndahl, Fachanwalt für IT-Recht in Berlin, kennt die Tricks der schwarzen Schafe im Netz. Viele seiner Mandate sind Computerbetrügereien. Eine der gängigsten Maschen nach seiner Erfahrung ist, dass sich gewerbliche Verkäufer immer häufiger als Privatperson im Internet ausgeben. Die Händler wollen sich so vor Mangelansprüchen drücken.
Eine Designerjeans für 80 Euro oder eine Kamera für 60 - einkaufen per Mausklick geht schnell und bequem von zu Hause aus. Über die Hälfte der Deutschen kauft regelmäßig im Internet! Doch die Klagen über unseriöse Verkäufer häufen sich - bestellte Waren kommen gar nicht erst an oder der Anbieter verweigert den Umtausch. Wie Sie die Tricks der schwarzen Schafe erkennen und welche Rechte Sie haben!
Die Tricks der Anbieter
Eine der gängigsten Maschen ist derzeit, dass gewerbliche Verkäufer sich als Privatpersonen ausgeben. Warum? Ganz einfach: So wollen sie sich vor den Mängelansprüchen drücken, die die Käufer laut Gesetz eigentlich haben.
Welche Rechte Käufer haben
Geht bei Neuware innerhalb von 2 Jahren etwas kaputt, muss ein gewerblicher Verkäufer das Produkt reparieren. Misslingt die Reparatur, kann der Käufer einen Teil oder den Komplettpreis zurückfordern, neue Ware anfordern oder sogar Schadensersatz verlangen. Bei gebrauchter Ware herrscht immerhin noch ein Jahr Gewährleistung. Der große Unterschied: Ein privater Anbieter kann die Gewährleistung schriftlich ausschließen. Dann bleibt der Käufer im schlimmsten Fall auf der mangelhaften Ware sitzen.
Versteckte Zusatzkosten
Manchmal müssen Käufer am Ende mehr bezahlen als ihnen bei der Bestellung ursprünglich angezeigt wurde - etwa bei Bestellungen im Ausland. Um sich davor zu schützen, sollte man unbedingt vor Vertragsabschluss alle Punkte der Bestellung genauestens durchlesen und überprüfen. Außerdem plant das Bundeskabinett bis 2013 ein neues Gesetz, das Anbieter von Online-Shops dazu verpflichtet, durch einen Button über alle Kosten zu informieren. Die Kunden bestätigen so per Mausklick die Bestellung ihrer Ware und dass sie über alle anfallenden Kosten informiert wurden.
Anbieter prüfen
Ob ein Online-Shop seriös ist, kann der Kunde selbst prüfen - etwa, indem er den gesamten Internetauftritt des Anbieters unter die Lupe nimmt. Sind Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer zu finden? Ist eine Postanschrift angegeben? Was steht im Impressum? Hilfreich ist auch, eine Suchanfrage zu starten. Gibt es über den Shop schon Beschwerden anderer User? Das kann man relativ schnell herausfinden, indem man den Namen des Shops in Verbindung mit Stichwörtern wie „Problem" als Suchbegriff eingibt.
Gütesiegel für seriöse Shops
Für seriöse Online-Shops gibt es mittlerweile zahlreiche Gütesiegel. Zu den verlässlichsten gehört das TÜV-Süd-Logo - das bekommen nur Unternehmen, bei denen Technik und Service einwandfrei sind. Auch bei Trusted-Shops werden die Firmen nach Verbraucherschutzkriterien geprüft und erhalten ein Zertifikat. Gibt es dennoch Probleme, erhält der Kunde garantiert sein Geld zurück. EHI steht für das wissenschaftliche Institut des Handels. Die von ihm geprüften Online-Shops gelten ebenso als vertrauenswürdig, zum Beispiel was die Liefersicherheit oder den Datenschutz angeht.
Beitrag von Susanne Tockan
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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