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Ob Kleidung, Schuhe, elektronische Artikel oder Möbel – Shopping-Clubs im Internet werben mit Schnäppchenpreisen. Doch viele Verbraucher wissen nicht um Rechte und Risiken beim Online-Kauf. Das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag der Verbraucherzentrale.
Ron Perduss, Verbraucherexperte von RadioBerlin 88,8 klärt auf über Fallen und Möglichkeiten beim Internetshopping
Shoppingclubs
Wer Markenware zu Schnäppchenpreisen kaufen will, kommt um so genannte Shoppingclubs nicht herum. Das sind Internetportale, die hauptsächlich Markenartikel in exklusiven Verkaufsaktionen online anbieten. Um einkaufen zu können, muss man Mitglied des jeweiligen Shoppingclubs sein. Die Verkaufsaktionen dauern manchmal nur wenige Stunden, maximal drei Tage. Mitglieder, die schnell genug zuschlagen, können so mit Rabatten von bis zu 80 Prozent rechnen. Allerdings werden meist eher kleine Mengen angeboten, so dass man sich schnell entscheiden muss, sonst sind die Sachen weg. Die Idee des Shoppingclubs stammt aus Frankreich, in Deutschland gibt’s die ersten Shoppingclubs seit 2007. Mittlerweile gibt es in Deutschland über 20 Portale, die größten haben bis zu 18 Millionen Mitglieder.
Mitglied werden - kein Kaufzwang
Um Mitglied eines Shopping-Clubs zu werden, gibt’s meist zwei Wege: Bei einigen Portalen braucht man in der Regel eine Einladung eines anderen Mitglieds oder einen Einladungscode. Das heißt, man kann sich nicht so ohne weiteres anmelden wie bei einem Versandhändler. Bei anderen können Sie sich direkt anmelden. Die Mitgliedschaft in den einzelnen Clubs ist kostenlos und damit auch nicht mit einem Abo-Modell oder irgendeiner anderen Kaufpflicht verbunden. Die Mitgliedschaften kann man bei Nichtgefallen auch jederzeit wieder kündigen.
Die Angebote – meistens Mode
Die meisten der rund 20 Shoppingclubs legen ihren Fokus auf den Verkauf von Mode. Also Bekleidung, Sonnenbrillen, Taschen, Schuhe, Mützen etc. So bieten auch die derzeit so beliebten Clubs Brands4Friends, Limango und Vente Privee fast ausschließlich Mode, Accessoires und Lifestyleprodukte von etablierten Marken an. Dennoch finden sich auch Shoppingclubs auf dem Markt, die sich einer anderen Ware verschrieben haben. Clubs wie westwing.de, fab.com, pauldirekt.de usw. bieten auch Möbel, Elektronikartikel oder Haushaltswaren an.
Die Clubs kaufen Warenüberhänge aus der laufenden Saison vieler Hersteller auf. So kann der Kunde aus einem bunt gemischten Warenangebot aus neuen und älteren Kollektion, aus Musterstücken oder Sonderkollektionen wählen. Dabei handelt es sich immer um Original-Markenware.
Shoppingclubs sind die Outletcenter des Internets. Günstiger bekommt man die Neuware tatsächlich nirgendwo. In den meisten Fällen dürfte die Ersparnis bei rund 30-50 Prozent liegen. Im Eiunzelfall sind auch 80 Prozent drin. Man sollte auch hier Preise vergleichen und sich durch den Zeitdruck der aufgebaut wird nicht unter Kaufdruck setzen lassen.
Schnelligkeit ist Pflicht - Waren rasch ausverkauft
Hier liegt ein großer Nachteil der Shoppingclubs. Oft sind die Waren schnell ausverkauft, weil manchmal nur ganz kleine Mengen angeboten werden. Manchmal finden die Aktionen auch früh morgens statt, so dass man ständig auf der Hut sein muss. Manche Angebote laufen zwei oder drei Tage, andere können schon nach wenigen Minuten oder Stunden beendet sein.
Lange Lieferzeiten
Die Lieferzeiten vieler Shoppingclubs erfordern von den Kunden eine Menge Geduld. Viele Shops ordern die Ware erst nach der Verkaufsaktion, so dass der komplette Versand unter Umständen schon einmal bis zu vier Wochen dauern kann. Es kann aber auch mal passieren, dass man nach drei oder vier Wochen die Nachricht bekommt, dass die Ware doch nicht geliefert werden kann.
Umtausch – kein Problem
Bei Shoppingclubs gilt – wie allgemein bei Internetbestellungen bei gewerblichen Händlern – ein allgemeines Widerrufsrecht von 14 Tagen. Der unbenutzte und in Original Verpackung befindliche Artikel kann einfach an den Hersteller zurückgeschickt werden. Der Anbieter zahlt daraufhin den Rechnungsbetrag zurück. Oft liegt im Paket auch schon eine Paketmarke, die den Rückversand sehr leicht macht.
Die großen Shoppingclubs
Die fünf großen, marktbeherrschenden Portale in Deutschland sind
www.brandsforfriends.de
www.bestsecret.com
www.zalando-lounge.de
www.fab.com
www.westwing.de
Beitrag von Michael Großmann




