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Sie passen in jede Tasche, sind einfach zu bedienen und für wenig Geld zu haben - Kompaktkameras. Für Gelegenheitsfotografen waren sie lange Zeit das ideale Multitalent, egal ob für den Urlaub, die Familienfeier oder den Schnappschuß, den keiner verpassen will. Heute erreichen einzelne Kameras Profiqualität. Stiftung Warentest hat sich mit diesen "Edelkompakten" auf Fotopirsch begeben und zeigt die Ergebnisse im aktuellen Heft und bei zibb.
Der Test
Getestet wurden 13 hochwertige Kompaktkameras mit manuellen Funktionen und fest verbautem Objektiv. Bewertet wurden unter anderem die Bildqualität (z.B. Auflösung, Farbwiedergabe, Gegenlichtreflexe), aber auch die Handhabung, Sucher, Blitz, Video und Monitor. Alle Kameras haben mit "gut" abgeschnitten. Der Einstieg in die Edelliga ist ab 292,- EUR möglich mit der Nikon Coolpix P330, die Sony Cyber-shot RX1R kostet hingegen 3100,- EUR, dafür erreicht sie tatsächlich Profiniveau, hohe Auflösung, lichtstarkes Objektiv, (sehr guter Aufstecksucher).
Beste Bilder im Test: Ricoh GR für 890,- EUR und Nikon Coolpix A für 1130,- EUR
Die Nikon Coolpix A und die Ricoh haben einen mittelgroßen Bildsensor und machen die besten Bilder. Bei der Detailauflösung ist allerdings die teurere Sony RX1R viel besser. Bei der Farbwiedergabe liegen beiden dagegen wieder vorn. Bei der Sony muss man einen Sucher für 450,- EUR dazu kaufen. Alle drei genannten arbeiten mit festen Brennweiten.
"Edelkompaktkameras", was kennzeichnet sie im Unterschied zu normalen Kompakten?
Der Trend geht zu größeren Sensoren. Diese lichtempfindlichen Chips sind in normalen Kompaktkameras kleiner als ein halber Quadratzentimeter, also kaum so groß, wie der Fingernagel am kleinen Finger. Auf diesem kleinen Raum drängeln sich die Pixel, die Bildpunkte, manchmal 20 Millionen und mehr, das ist fehlerträchtig. Größere Pixel verhindern Fehler, das gab es bisher nur bei großen Profikameras, jetzt eben auch bei den Kompakten. Z.B. bei der neuen von Sony, hier ist der Chip 8 Quadratzentimeter groß und setzt damit ganz neue Maßstäbe. Das bedeutet Vollformat.
Außerdem typisch: Ein festverbautes lichtstarkes Objektiv mit großer Blendenöffnung und der Möglichkeit, Blende, Belichtungszeit und Schärfe von Hand einzustellen. Und hochwertige Verarbeitung.
Was bedeutet Festbrennweite, welchen Vorteil, welchen Nachteil gibt es?
Viele der Edelkompakten arbeiten mit Festbrennweiten. Diese Kameras können das Motiv nicht näher ranholen und den Bildausschnitt nicht erweitern. Der Fotograf muss sich dem Motiv nähern oder sich entfernen. Der Vorteil: Durch ihre große Blendenöffnung bringen diese Kameras viel Licht auf den Bildsensor, ohne dass die Qualität leidet. Das heißt sie sind sehr lichtstark.
Zoom-Kameras
Typisch für die Edelkompakten ist ein kleiner Zoombereich, damit lassen sich hochwertige und lichtstarke Objektive bauen. Lichtstark sind die meisten Zoomobjektive aber nur im Weitwinkelbereich, im Telebereich verzichten die Anbieter auf eine große Anfangsblende. Billiger sind die Kameras mit Zoom, weil die Anbieter hier auf einen großen Bildsensor verzichten, Ausnahme: Leica X Vario. Tipp: Achten Sie auf die Normalbrennweite, je größer, desto größer der Bildsensor.
Die beste Edelkompakte mit Zoom ist die Sony RX 100 II. Sie punktet mit rundum guten Noten und einem sehr guten Sucher. Auch gut bei den Zoomkameras: Canon PowerShot G16, sie schützt sich von allein vor Gegenlicht, ist lichtstark und hat die beste Bildqualität unter den Zooms, für 570,-EUR.
Besonders vielseitig: Panasonic Lumix LF-1 mit 7-fach-Zoom 380,- Euro.
Welche Rolle spielt der Sucher?
Gibt es eigentlich kaum noch bei Kompaktkameras, meistens nur ein Display. Bei den hochwertigen gibt es hingegen oft einen Sucher: 10 von 13 getesteten haben einen und das aus gutem Grund: Wenn Sonnenlicht auf das Display scheint, sieht man nichts mehr. Außerdem erleichtert der Sucher die Wahl des Bildausschnitts, man blendet die Umgebung aus und vertieft sich in die Bildgestaltung. Bei fünf Kameras muss man den extra zahlen, kostet zwischen 200 und 450,- EUR.












