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Rund 60000 Schädlinge werden täglich von Betrügern verbreitet, schätzen Experten. Die meisten Nutzer fühlen sich sicher, weil sie einen Virenschutz haben. Doch wie verlässlich sind diese Programme?
Viren, Würmer und Trojaner - Rund 60.000 Schädlinge werden täglich von Betrügern im Internet verbreitet, schätzen Experten. Aktuell ist der Trojaner DNS-Changer auch auf deutschen Rechnern aktiv. Die meisten Nutzer fühlen sich scheinbar sicher, weil sie einen kostenlosen Virenschutz haben. zibb erklärt, welche Schädlinge es gibt und was Sie selbst tun können, um Ihren Computer vor Cyber-Angriffen zu schützen.
Aktuell: Das Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät Internutzern, ihre Rechner zu überprüfen. Die Schadsoftware DNS-Changer manipuliert die PC-Einstellungen. Die von den Online-Kriminellen manipulierten DNS-Server sollen ab März abgeschaltet werden. Bei betroffenen Rechnern ist dann eine Internetnutzung nicht mehr möglich.
Mehr als 70 Prozent der Deutschen surfen
Über 50 Millionen Deutsche sind online. Zu den beliebtesten Anwendungen zählen neben dem Email-Versenden auch Online-Shopping und Online-Banking. Sorglos werden dabei auch viele persönliche Informationen preisgegeben. Das machen sich Hacker und Internet-Kriminelle zu Nutze - mit immer neuen Schadprogrammen. Die sind mittlerweile gut getarnt. Sie kopieren private Dateien, spähen Passwörter aus, plündern Bankkonten oder arbeiten sogar ganz unbemerkt vom Nutzer.
Früher Datenträger - heute WorldWideWeb
Ganz zu Beginn des PC-Zeitalters haben sich Viren über austauschbare Datenträger wie Disketten verbreitet. Mit dem Internet und der globalen Vernetzung von Computern sind neue Verbreitungswege entstanden. Schadsoftware überträgt sich dabei heute nicht mehr nur durch Email-Anhänge oder Downloads aus dem Netz. Bereits beim bloßen Besuch einer Webseite kann Schadsoftware installiert werden, durch so genannte Drive-by-Downloads. Dabei wird eine Sicherheitslücke im Browser ausgenutzt.
Viren, Würmer und Trojaner
Viren sind die ältesten unter den Schadprogrammen. Sie werden über infizierte Dateien weitergegeben. Würmer sind die Nachfolger der Viren. Sie können sich eigenständig verbreiten von einem zum anderen Rechner. Trojaner funktionieren nach dem Prinzip des trojanischen Pferdes. Das Schadprogramm tarnt sich als nützliches Programm, kann aber persönliche Daten ausspähen und vom Nutzer unbemerkt arbeiten. Sie können sich aber nicht selbstständig verbreiten. Spyware kommt häufig über Trojaner auf den PC, beim Surfen im Netz. Diese Schnüffel-Software sammelt vertrauliche Daten.
Updates, Firewall, Anti-Viren-Programm
Jeder Nutzer hat die Sicherheit seines Rechners auch selbst in Hand. Ein wichtiger Punkt sind regelmäßige Updates. Ob das Betriebssystem, der Mediaplayer oder der PDF-Reader - jedes Programm bietet nur dann Schutz, wenn es auf dem aktuellsten Stand ist. Durch Updates können Hersteller Sicherheitslücken in Programmen schließen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Firewall. Ein Rechner ohne Firewall ist wie ein Haus mit offenen Türen. Firewall steht für Brandschutzmauer. Sie wirkt wie ein elektronischer Pförtner zwischen PC und Internet. Auch ein Anti-Viren-Programm ist Pflicht. Online-Virenscanner können zusätzlich helfen, den Rechner zu untersuchen, wenn der Verdacht auf einen Befall besteht. Sie ersetzen aber kein eigenständiges Anti-Viren-Programm.
Der BKA-Trojaner
Dabei handelt es sich um einen Trojaner, der den Desktop blockiert. Eine vermeintliche Mitteilung des Bundeskriminalamtes erscheint auf dem Bildschirm und verlangt die Zahlung einer Strafe in Höhe von 100 Euro. Diese solle innerhalb von 24 Stunden beglichen werden, sonst werde die Festplatte gelöscht. Grund dafür seien strafrechtliche Inhalte, die der Nutzer aus dem Internet heruntergeladen habe.
Ganz wichtig: Die Strafe nicht bezahlen. Es handelt sich um eine Schadsoftware. Auch nach dem Bezahlen wird der Rechner nicht wieder frei geschaltet. Die Internet-Kriminellen kopieren Logo und Layout des BKA. Im laufenden Betrieb kann der Trojaner nicht entfernt werden. Das einzig gute: Dieser Trojaner zeigt gleich sein Gesicht.
Beitrag von Sara Waldau
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/zibb/service/technik/computerviren_und.html