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Mit DSL-Tarifen fürs Surfen und Telefonieren kassieren die Anbieter kräftig ab. Vor allem im Kleingedruckten wartet für die Verbraucher so manche Überraschung. Die Stiftung Warentest untersuchte Telefon- und Kabelanbieter
Ein DSL-Anschluss, über den man im Internet surft und auch telefoniert, gehört mittlerweile fast zur Grundausstattung einer Wohnung. Das Angebot an Tarifen ist entsprechend groß und unübersichtlich. Die Stiftung Warentest hat in der September-Ausgabe der Zeitschrift Test sechs überregionale Telefon- und vier regionale Kabelanbieter getestet, mit 24-Monats-Verträgen, die eine Flatrate für den Internetzugang und für Festnetztelefonate beinhalten. Dabei zeigt sich, dass Kunden eine Menge Geld sparen können und in Verträgen oft Kostenfallen lauern.
DSL-Fallen im Kleingedruckten
Die Experten der Stiftung Warentester haben sich die Preise und die Leistungen der Anbieter verglichen, haben sich die Kosten für Zusatzoptionen angesehen sowie mögliche Geschwindigkeitsdrosselungen und natürlich das Kleingedruckte in den Verträgen. Dabei stellte sich u. a. heraus, dass Kunden nicht immer den versprochenen „Kampfpreis“ bekommen, sondern dieser nur in so genannten „Ausbaugebieten“ gilt. Dies liegt meist in Ballungsgebieten, während in ländlichen Regionen bis zu 5 Euro Aufschlag pro Monat für die Nutzung von Fremdleitungen verlangt werden.
Eine weitere Vertragsfalle: Wer nicht vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit kündigt, zahlt ab dem 25. Monat mehr als die beiden Jahre zuvor.
Welche Datenmenge ist die richtige?
Die Tarife unterscheiden sich meistens in der Datenmenge, die pro Sekunde durch die Leitung gelassen werden. Sparen kann hier, wer mit einer geringeren Datenmenge auskommt. Pauschal kann man sagen: Wer nur im Internet surfen oder E-Mails verschicken möchte, kommt mit einer DSL-Leitung von 2.000 KBit/s aus. Wer auch mal Softwareupdates oder Fotosammlungen herunterlädt oder Videos im Internet angucken möchte, braucht schon 6.000 KBit/s. 16.000 KBit/s sollten es hingegen sein, wenn man Online-Spiele oder Online-Videotheken nutzen möchte.
Anbieter drosseln das DSL-Tempo
Die meisten Anbieter von DSL-Anschlüssen gewähren ihren Kunden die bezahlte Geschwindigkeit zum hoch- und runterladen, unabhängig davon, wie groß die Datenmenge im Monat ist. Einige Anbieter jedoch drosseln das Tempo, wenn eine bestimmte Datenmenge erreicht ist. Wer normal im Internet surft und mailt, wird damit kaum Probleme haben. Wer aber große Videos herunterladen möchte, stößt an Grenzen.
Im aktuellen Test der Stiftung Warentest bremst 02 in einigen Regionen und Tarifen nach 50 GB monatlich auf 1.000 Kbit/s. 50 GB entsprechen etwa zehn HD-Filmen oder 10.000 sehr großen Digitalfotos. Kabel Deutschland reduziert nach zehn GB das Surftempo bis zum nächsten Tag. Allerdings gilt das nur für das so genannte Filesharing, bei dem man Software, Musik und Videos untereinander verteilt. Die Telekom hat angekündigt, ab 2016 zu drosseln. Auf 2.000 KBit/s soll hier das Tempo beschränkt werden. Je nach Tarif bei Datenmengen zwischen 75 bis 400 GB im Monat. Nur das eigene Fernsehangebot „Entertain“ bleibt davon verschont. Zur Drosselung gibt es aber bereits massive Kritik von Kunden und Verbraucherschützern.
Wie schnell ist meine DSL-Leitung?
Wer herausbekommen möchte, wie schnell das Internettempo zu Hause ist, der findet von der Bundesnetzagentur unter http://www.initiative-netzqualitaet.de/zum-test/ einen kostenlosen Breitbandtest. Einfach die Maske ausfüllen, mit Angaben zur Postleitzahl, zu Anbieter und Tarif etc., und schon zeigt die Seite, welche Download- und Uploadgeschwindigkeit am jeweiligen Ort tatsächlich vorliegt.












