Radfahren in Berlin (c) dpa

Service - Gefahren beim Radfahren

Fahrradfahrer sind allgegenwärtig, gerade nachdem nun die letzten noch Winterschlaf haltenden Drahtesel auch wieder auf den Straßen sind.

Allein im letzten Jahr wuchs der Fahrradbestand in Deutschland um 4 Millionen Bikes, darunter inzwischen sogar 400 000 Elektrofahrräder. Ob auf dem täglichen Arbeitsweg, in Freizeit, in der Familie oder solo - Radeln boomt nach wie vor und Berlin ist inzwischen die europäische Radfahrhauptstadt.

So gesund und umweltfreundlich auf der einen, ist das Radfahren auf der anderen Seite kreuz gefährlich. Ohne Gurt, Airbag, Knautschzone und allzu oft auch noch ohne Helm sind Radfahrer jedem Kraftfahrzeug unterlegen. Egal, ob nach der Straßenverkehrsordnung im Recht oder Unrecht. In Berlin belegt das die Unfallstatistik mit erschreckenden Zahlen: 2012 wurden hier 628 Radfahrer schwer verletzt und 15 getötet. An diesen Unfallstellen mahnen heute "Geisterfahrräder" zur gegenseitigen Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit.

Der ADFC weist auf diese Hauptunfallursachen hin: Allein 12 Fahrradfahrer wurden durch unaufmerksam abbiegende Auto- und LKW-Fahrer getötet. Dazu kommen das Ignorieren der Vorfahrt generell, sozusagen das Übersehen, und das mit schweren Verletzungen endende, plötzliche Aufreißen einer Autotür am Straßenrand.

Der Service analysiert die Hauptunfallursachen, die für Radfahrer mit schweren Verletzungen oder gar tödlich enden. Geben aber auch Tipps, wie Radler sich selbstbewusst und doch defensiv verhalten sollten, um von ihrer Seite die Unfallgefahr zu mindern. Wozu eben auch das eigene Einhalten der Regeln im Straßenverkehr zählt.

Tipps:

Der ADFC plädiert dafür, nur dort einen Radwegezwang zu erhalten, wo er wirklich der Radlersicherheit dient. Ansonsten gilt für den Radfahrerclub: Radler auf die Straße, dort am besten auf Radspuren. Schließlich sind es auch Fahrzeugführer und "Wer sich sieht, fährt sich nicht um".

Kinder bis zum 8. Lebensjahr sollen dagegen auf dem Gehweg fahren und können es bis zum 10. Lebensjahr.
Sehen und gesehen werden, ist eine für alle auf den Straßen grundlegende Sicherheitsweisheit und kann neben der komplett montierten und funktionierenden Beleuchtungseinrichtung wirkungsvoll durch eine besonders stark reflektierende Warnweste ergänzt werden.

Knallt ein Radler in voller Fahrt gegen eine plötzlich aufgerissene Autotür, sind meist schwerste Verletzungen durch Aufprall und Sturz gegeben. Deshalb empfiehlt sich dringend, als Radler zum rechten Fahrbahnrand mindesten 1 m, zu dort parkenden Autos bis zu 1,5 m Sicherheitsabstand zu halten. Zudem zeigt dieses Beispiel ein mal mehr, dass ein Fahrradhelm nur hilfreich sein kann. Tests haben immer wieder belegt, dass ein fest und angepasst sitzender Helm das Risiko schwerster oder gar tödlicher Verletzungen um
mindestens 50 % senkt. Es gibt für ihn keinen gesetzlichen Zwang, aber doch viele, unter Umständen sogar lebensrettende Argumente.

Beitrag von Reinhard Rychlik