Service - Rauchmelder im Test

Rauchmelder sollen Menschen in Wohnungen, Treppenhäusern, Garagen oder am Arbeitsplatz frühzeitig vor Bränden warnen - aber ist auch wirklich Verlass auf sie? Die Stiftung Warentest hat 16 Geräte untersucht.

Nur jedes Zweite erzielte ein gutes Qualitätsurteil. Einer der Melder erwies sich sogar als zu leise und bekam ein Mangelhaft. Noch vor zehn Jahren waren weniger als zehn Prozent der Wohnungen mit Rauchmeldern ausgestattet. Heute sind sie in vielen Bundesländern Pflicht - in Berlin und Brandenburg jedoch noch nicht.

Zu Gast im Studio: Michael Koswig, Redakteur Stiftung Warentest.
Lebensretter Rauchmelder
95% der Brandtoten sterben an den Folgen einer Rauchgasvergiftung! Denn Kohlenmonoxid ist farb-, geruch- und geschmacklos. Im Schlaf eingeatmet, können schon drei Atemzüge tödlich sein! Der laute Alarm des Rauchmelder kann hier Leben retten. In 11 von 16 Bundesländern ist er schon Pflicht - in Berlin und Brandenburg allerdings noch nicht. Die Stiftung Warentest hat in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift test mit 16 Rauchmeldern die Feuerprobe gemacht - doch nur jeder zweite war „gut".


Rauchmelder im Test
Komfortabel sind Melder mit einer Lithium-Langzeitbatterie. Sie halten etwa zehn Jahre. Billiger beim Kauf sind Modelle mit Alkaline-Batterie. Diese müssen aber im Schnitt alle zwei Jahre ausgetauscht werden. Dieser lästige Wartungsaufwand kostet zusätzliches Geld.
Im Test waren auch funkvernetzbare Rauchmelder. Sie sind ideal für größere Wohnungen und Häuser mit mehreren Etagen. Bemerkt einer Rauch, schlagen auch die anderen Alarm. Weniger als zwei Minuten hat es im Test mit brennender Flüssigkeit gedauert, bis die Warnsignale ertönten. Unterm Strich gaben alle Melder zuverlässig Alarm.
Größere Unterschiede zeigten sich bei Lautstärke, Handhabung und Robustheit. Beim Minimax Funkrauchmelder MX 200 war der Alarm deutlich leiser als es die Sicherheitsnorm verlangt.
Auch ärgerlich: Zwei Melder mit Lithium-Batterien geben weit vor der versprochenen Lebensdauer ihren Geist auf. Ausdauernd sind dagegen die Testsieger: Ei Electronics Ei650 und FireAngel ST-620-DET. Beide kosten um die 28 Euro. Gut und günstig sind die Melder von Abus (14 Euro) und von Ikea (10 Euro).


Wie funktioniert ein Rauchmelder?
Die im privaten Bereich eingesetzten Modelle arbeiten in der Regel nach optischen Prinzipien. Im Innern haben sie eine Messkammer mit Sensoren, in dem regelmäßig Lichtstrahlen ausgesendet werden. Tritt Rauch in die Messkammer, dann werden die ausgesendeten Lichtstrahlen durch die Rauchpartikel gestreut und auf das Fotoelement abgelenkt. Das so erkannte Rauchsignal löst den lauten Alarmton aus. Leichter Rauch, wie z. B. von einer Zigarette, reicht dazu in der Regel nicht aus. Die optischen Rauchmelder reagieren vor allem auf kalten Rauch, der sich schon bei Brandausbruch (Schwelbrand) bildet, bevor die Flammen zur Gefahr werden.


Installationstipps Rauchmelder
Am wichtigsten sind Rauchmelder im Schlafzimmer. Denn das hochgiftige Kohlenmonoxid ist nicht sichtbar, vollkommen geruch- und geschmacklos. Wenn Sie es im Schlaf einatmen, droht schnell der Erstickungstod. Auch im Kinderzimmer ist der Rauchmelder daher unverzichtbar! Da der Fluchtweg zur rettenden Wohnungstür meistens durch den Flur führt, sollten Sie auch diesen unbedingt absichern.
Häufig werden Brände durch defekte Elektrogeräte ausgelöst, deshalb sind Rauchmelder auch dort sinnvoll, wo viele dieser Geräte stehen. Das gleiche gilt für Orte, an denen hin und wieder Kerzen brennen.
Nicht sinnvoll sind Rauchmelder in Küche oder Badezimmer, weil Kochschwaden und Wasserdämpfe Fehlalarme auslösen können.
Die Montage ist einfach und kann selbst ausgeführt werden. Die Halteplatten zum Schrauben oder Kleben werden mitgeliefert. Da der Rauch nach oben steigt, gehören Rauchmelder immer an die Zimmerdecke. Und zwar in Raummitte, 50 Zentimeter von Wänden entfernt und immer in waagerechter Position, auch bei Dachschrägen!
Registriert oder angemeldet werden müssen Rauchmelder nicht. Nach zehn Jahren sollten Sie ihn aber austauschen.


Rauchmelder zum Teil schon Pflicht
In 11 von 16 Bundesländern ist der Rauchmelder bereits gesetzlich vorgeschrieben. In Berlin und Brandenburg gibt es bisher noch keine gesetzliche Verpflichtung.

(Beitrag von Michael Großmann)