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Philip Oprong Spenner unterrichtet seit 2009 Kinder an einer Hamburger "Problemschule". Über sein Buch "Move on up" spricht der gebürtige Kenianer auf der zibb-Couch.
"Move on up - ich kam aus dem Elend und lernte zu Leben" Das ist der Titel des Buches von Philip Oprong Spenner, einem Hamburger Lehrer mit kenianischen Wurzeln.
Die Schule war schon früh ein "heiliger Ort" für den kleinen Waisenjungen, der in einem Dorf bei seiner Tante lebte. Zuhause musste er sich schon als Vierjähriger um die kleinen Kinder seiner Tante kümmern. Wenn es Probleme gab, bekam er Schläge, oft musste er hungrig ins Bett gehen. Immerhin, die Tante zahlte das Schulgeld für das Stiefkind. So konnte der kleine Philip lesen, schreiben und rechnen lernen. In der Schule erfuhr das Kind erstmals Respekt und Anerkennung, durfte endlich Kind sein. Doch eines Tages machte sich die Tante mit dem Jungen auf die Reise nach Nairobi, um ihn dort Leuten zu übergeben, die sich um seine Bildung kümmern sollten. Doch sie ließ das neunjährige Kind am Bahnhof zurück und verschwand für immer.
So wurde aus dem Jungen eines von mehr als 50000 Straßenkindern Nairobis. Er hat Nächte mit leerem Magen durchlebt, in denen die Ratten an seinen Füßen knabberten, hielt sich mit betteln und stehlen am Leben.
Mit zehn Jahren ringt der Junge am Ufer des Viktoriasees mit Selbstmordgedanken. Die Ankunft einer japanischen Touristengruppe verhindert dies.
Irgendwann landet Philip in einem Kinderheim, auch dort geht er oft hungrig oder nach Schlägen ins Bett, kann aber wieder zur Schule gehen. Er ist ein sehr begabter Schüler und macht Bekanntschaft mit Menschen, die ihm helfen, an ihn glauben. Schließlich wird er im Alter von 20 Jahren von einem Hamburger Kinderarzt adoptiert. Hier kann er seinen Traum wahr machen: er studiert Geschichte, Sport und Englisch auf Lehramt.
Heute ist der 32-Jährige Lehrer an einer Hamburger "Brennpunktschule", hat einen Verein, mit dem er Kinder in seinem Heimatland unterstützt. Regelmäßig reist er nach Afrika, um seine Projekte zu betreuen. Sein Buch "Move on up" (Ullstein) beschreibt die ergreifende Lebensgeschichte des jungen Mannes aus Kenia.
Beitrag von Ute Müller-Schlomka
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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