Regionalliga Nordost - Energie Cottbus enttäuscht bei Chemie, Babelsberg trennt sich torlos

Mi 27.03.24 | 23:06 Uhr
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Enttäuschte Spieler von Energie Cottbus auf der Bank (Bild: Imago/Fotostand)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.03.2024 | Andreas Friebel | Bild: Imago/Fotostand

Energie Cottbus hat einen klaren Dämpfer im Meisterschaftsrennen hinnehmen müssen. Im Nachholspiel bei Chemie Leipzig verpennten die Lausitzer die Anfangsphase und verloren verdient mit 0:3. Auch Babelsberg enttäuschte und holte nur einen Punkt in Meuselwitz.

Energie Cottbus hat im Kampf um den Aufstieg einen großen Rückschlag erlitten: Die Lausitzer verloren ihr Nachholspiel bei Chemie Leipzig am Mittwochabend mit 0:3. Die Leutzscher gingen bereits nach einer Minute in Führung, nach 13 Minuten stand es 0:2. Auch in der zweiten Hälfte konnte der FCE nichts davon zeigen, was ihn in den vergangenen Wochen so stark machte.

Chemie bislang ein Cottbuser Lieblingsgegner

Eigentlich war die Sache klar: Nicht gewinnen ist verboten! "Wenn wir aufsteigen wollen, brauchen wir einen Dreier", gab auch Energie-Cottbus-Trainer Pele Wollitz vor dem Nachholspiel die Marschroute vor. Die Cottbuser reisten mit vier Punkten Rückstand auf Greifswald, einem Spiel weniger und einer extrem breiten Brust nach Leipzig. Aus den vergangenen zehn Spielen holten die Lausitzer neun Siege und ein Unentschieden.

Und: Chemie Leipzig ist so etwas wie der Lieblingsgegner der Cottbuser. In zuvor acht Spielen in der Regionalliga Nordost siegte Energie sechs Mal und spielte zwei Mal unentschieden. Allerdings war Cottbus auch gewarnt. Im Hinspiel gab es vor heimischem Publikum nur ein 1:1. Und nach drei Niederlagen in Folge holten sich die Leipziger mit einem souveränen 3:0 gegen Hertha II zuletzt zusätzliches Selbstbewusstsein.

Kalt abgeduscht nach 59 Sekunden

Das Spiel begann mit 15 Minuten Verspätung, weil die Cottbuser vor dem Alfred-Kunze-Sportpark im Stau standen. Energie startete mit drei Umstellungen im Vergleich zum glücklichen 1:0-Sieg in Meuselwitz. Für Tim Campulka und Dennis Slamar spielten Tobias Hasse und Niko Bretschneider in der Viererkette. Kapitän Jonas Hildebrandt rückte wieder für Maximilian Oesterhelweg in die Startelf.

Und Hildebrandt war es dann auch, der in der 59. Sekunde gleich im Mittelpunkt stand. Er stellte sich gegen den anstürmenden Angreifer Florian Kirstein ungeschickt an und musse ihn beim 0:1 gewähren lassen. In den folgenden Minuten kam Chemie immer wieder gefährlich vor das Cottbuser Tor. Die neuformierte Abwehr machte noch keinen sattelfesten Eindruck.

In der 15. Minute brach Kirstein erneut durch und wieder war die Energie-Abwehr nicht handlungsschnell genug. Der Ball kam etwas glücklich zu Denis Jäpel, der den Ball flach rechts an Elias Bethke vorbeilegte. Plötzlich lagen die Nerven auf der Cottbuser Bank und bei Trainer Wollitz komplett blank.

Filip Kusic, der das 0:1 mitverschuldet hatte, verlor in der 26. Minute den Ball an Timo Mauer, der den Ball nur knapp über das Tor lupfte. Die erste gefährliche Chance hatte Cottbus in der 28. Minute, als sich Maximilian Krauß auf links durchsetzte und den Ball halbhoch auf Timmy Thiele passte. Der setzte den Ball rechts am Tor vorbei.

Keine Veränderung in der zweiten Halbzeit

Die zweite Hälfte begann wie die erste: Mit einer behäbigen Cottbus-Defensive. Maurer wuselte sich auf links gegen drei Lausitzer durch, legte ab in die Mitte, doch weil Jäpel in Rückenlage geriet, landete sein Schuss im Leipziger Nachthimmel. In der Folge kontrollierte Cottbus das Spiel, doch echte Chancen konnten sich die Brandenburger nicht erspielen.

Schlimmer noch: In der 77. Minute flankte Mauer den Ball in die Mitte, Dennis Mast ließ den Ball durch zu Lucas Surek, der ganz cool zum 3:0 vollendete. Statt eines Anschlusstreffers der Cottbuser waren die Leipziger am Ende dem 4:0 sogar noch näher.

Am Montag empfängt Cottbus Eilenburg.

Trotz Überzahl: Babelsberg bleibt torlos

Ähnlich wie Cottbus hat auch Babelsberg einen Dämpfer hinnehmen müssen. Sollte dort jemand zuletzt noch davon geträumt haben, ins Meisterschaftsrennen wirklich eingreifen zu können, dann ist er oder sie nach dem Spiel beim ZFC Meuselwitz auf dem Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Das Spiel endete 0:0.

Dabei begannen die Babelsberger forsch und kamen durch Matthias Steinborn zur ersten Torchance. Die zweite Halbzeit begann mit einer Rettungstat eines Babelsbergers auf der Linie.

Aus dieser Druckphase der Meuselwitzer konnten sich die Gäste aus Potsdam aber befreien und standen plötzlich mit einem Mann mehr da: Luca Bürger sah wegen Handspiel die Gelb-Rote Karte. Babelsberg drückte in der Folge, doch Meuselwitz verteidigte aufopferungsvoll, sodass es am Ende torlos blieb. Babelsberg trifft am Sonntag auf Viktoria Berlin.

Sendung: rbb24, 27.03.2024, 22:00 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Du hast Recht. Die Zeit mit Wollitz dauert schon viel zu lange. Der Herr Wollitz hätte nach dem Kapitel Magdeburg in die Pampa gehen können. Nicht nach Cottbus. Aber... 1

  2. 11.

    Du hast Recht. Die Zeit mit Wollitz dauert schon viel zu lange. Der Herr Wollitz hätte nach dem Kapitel Magdeburg in die Pampa gehen können. Nicht nach Cottbus. Aber...

  3. 10.

    Viele Spieler haben es sich in der Wohlfühloase Cottbus eingerichtet. Die wollen garnicht aufsteigen.
    Und der Trainer tut ihnen den Gefallen und stellt nach Namen und nicht nach Positionen auf. Drei zentrale Mittelfeldspieler, dazu noch zwei in der Abwehr (Hasse, Hildebrandt), die sich wie Schüler ausspielen lassen. Und Heike wird auf Rechtsaußen verheizt, angeblich, weil es an Alternativen mangelt.

  4. 9.

    Tatsächlich ein enttäuschender Höhepunkt der letzten gezeigten Leistungen, sowohl in der Liga als auch im Pokal gegen Krieschow....Oft nur mit viel Dusel und Kampf gewonnen, nie spielerisch.
    Erinnert mich an die "alte" Nationalmannschaft, Ball im Mittelfeld hin - und herspielen um ihn schnell zu verlieren oder Blindpässe nach vorn in der Hoffnung, einer wird da was verwerten.
    Nichts was modernen Fussball ausmacht ist zu sehen, schnelle Läufe in Räume, vertikale Pässe duch die Ketten, schnelles Umschaltspiel. Von der Abwehr ganz zu schweigen, dass passt schon eine Weile nicht. Da fragt man sich, was trainiert wird...
    Nicht drittligetauglich, leider. Große Enttäuschung.

  5. 8.

    Was will Energie in der 3 Liga einfach nur lächerlich mit solchen Leistungen erbärmlich sich so darzustellen keine Ehre.
    Sieht so aus als hat man keine Lust mehr die sind satt die Spieler geht es denen zu gut .

  6. 7.

    Wie schon so oft hatte man den Eindruck, dass Wollitz die Mannschaft ohne jeden Plan auf den Platz schickt. Der Trainer sollte eigentlich die Mannschaft auf den Gegner einstellen, aber das passiert bei Energie fast nie. Dazu dieses, auch bei Rückstand, dauerhafte nach hinten "Gespiele". Ich denke Wollitz und sein Begleiter haben fertig.
    Es braucht jetzt einen Trainerwechsel um die noch vorhandene, direkte Aufstiegschance zu nutzen. Wäre doch eine tolle Aufgabe für Karsten Heine...

  7. 5.

    Wollitz und gute Abwehr hat noch nie zusammen gepasst. Sein Prinzip ist ja wir schießen vorne einfach ein Tor mehr als wir bekommen. Sowas kann mal gut gehen, wenn man deutlich bessere Spieler hat als der Gegner.
    Letztendlich war Energie in allen Belangen unterlegen. Die Leipziger hingegen machten ein Superspiel mit sehr hoher Geschwindigkeit. Energie fand nie ein Mittel dagegen zu halten.

  8. 4.

    Mit diesem Trainer wird der FCE keine Erfolge Feiern!!!
    Wie kam man im Landes Pokal ein Mal über eine Verlängerung müssen und ein zweites Mal mit viel Mühe gewinnen?!
    Dritte Liga ist keine kuschelliga.
    Man kann nur hoffen das der Verein jetzt Aufwacht und den Trainer eine gute Zeit Wünscht.
    Bitte holt einen junges Trainer Talent mit viele liebe zum Fußball.
    Der Trainer hat Cottbus genug Geld und Nerven gekostet!!‘

  9. 3.

    So schaut es aus. Viele vergangene Spiele wurden dank guter Kondition und Athletik erfolgreich abgeschlossen, aber für die 3. Liga reicht es so nicht. Wenn Gegner früh stören, konnte Energie in dieser Saison nie ein eigenes Spiel aufbauen. Chemie bestrafte die ewigen Schwächen in der Abwehr und im ungenauen Spielaufbau.
    Wo waren gestern die Sturmspitzen? Ich sah viel Gestikulation, aber keine eigene überzeugende Leistung.
    Dazu ein unbeherrschter Trainer an der Seitenlinie. Das war peinlich.

  10. 2.

    Auf geht's Cottbus: kämpfen und siegen!

  11. 1.

    Vorhersehbaren Desaster von Energie.
    Heute war das Glück auch aufgebraucht.Abwehr war ,wie schon so oft ,völlig überfordert.Mittelfeld unpräzise und fehlerhaft,Angriff nicht vorhanden.Mannschaft war komplett überfordert.Aufstieg sollte aus dem Wortschatz gestrichen werden..
    Meisterschaften werden in der Abwehr gewonnen, dass sollte auch Herr Wollitz wissen?
    Auf geht's Energie. GlückAuf

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