Ausflugstipp - Das Kunstgewerbemuseum auf dem Kulturforum

Im Gegensatz zur Kunst mag Kunstgewerbe bei Schöngeistern ja ganz weit unten stehen - wer aber sein Bild davon etwas geraderücken will, ist im Kunstgewerbemuseum genau richtig. Vor 150 Jahren eröffnete es als eine riesige Unterrichtsanstalt, um die Konsumgüterindustrie auf ein besseres Niveau zu heben.

Das Berliner Kunstgewerbemuseum war das erste in Deutschland, wurde von der Wirtschaft mit viel Geld unterstützt und von Adeligen beschenkt. Deshalb hat es wertvolle Exponate zu bieten - zum Beispiel einen großen Kabinettschrank von 1778, der einst Friedrich Wilhelm II. gehörte.

Am bekanntesten aber ist wohl der Welfenschatz - ein Reliquienschatz aus der Zeit zwischen dem 11. und dem 15. Jahrhundert. Größtenteils handelt es sich um Goldschmiedearbeiten. In einigen Reliquaren befinden sich noch Knochen, die angeblich von verstorbenen Heiligen stammen.

Auch Mode gibt es seit kurzem im Museum. Neben Reifröcken zum Ausprobieren sind hier sehr aufwändig genähte Kleider ausgestellt - von der Zeit des Rokoko bis heute. Zum 150. Jubiläum zeigt das Kunstgewerbemuseum auch diverse Sonderausstellungen.

Beitrag von Antje Tiemeyer