Mieterproteste gegen die Deutsche Wohnen in Berlin-Kreuzberg (Quelle: imago/Christian Mang)
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Bild: imago/Christian Mang

- THADEUSZ und die Beobachter

Ob Enteignungspläne gegen die Wohnungsnot, die jüngsten sozialdemokratischen Ideen zum Umbau des Sozialstaats oder die Europapläne der Linken: Der erste Frühlingshauch zaubert rote Farbtupfer ins politische Grau der Hauptstadt.

Wird weniger Kapitalismus zu wagen, der nächste heiße politische Trend oder lediglich ein kurzlebiges Strohfeuer?

Nach der Vatikan-Konferenz zum systematischen sexuellen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche überwiegt bei Opferverbänden Ernüchterung und empörte Kritik. Statt konkrete Beschlüsse herbeizuführen, enttäuschte besonders der Papst mit einer Abschlussrede voller Betroffenheitsrhetorik. Wie dramatisch ist die verpasste Gelegenheit für die Zukunft der Kirche? Wird für den Papst und seine Bischöfe das Treffen nachträglich nun doch zum Schicksalsgipfel von Rom?

Außerdem: Historisch aber heikel - der erste EU-Gipfel mit der Arabischen Liga hielt aus deutscher Sicht eine Menge politischer Fallstricke bereit. Sind im Handelskonflikt mit den globalen Großmächten, ausgerechnet mehr deutsche Rüstungsexporte in den Mittleren Osten ein smarter Move, Selbstbewusstsein zu demonstrieren?

Fest steht: Auch in diesem Jahr gab es keinen Valentinsgruß aus dem Weißen Haus. Soll Deutschland dem problematischen Onkel aus Amerika die kalte Schulter zeigen, oder gibt es ein Problem, weil wir inzwischen auch das Gespräch mit Moskau verlernt haben?​

Jörg Thadeusz diskutiert mit vier Kolleginnen und Kollegen:

Claudia Kade (Die Welt), Elisabeth Niejahr (Wirtschaftswoche), Dr. Hajo Schumacher (Berliner Morgenpost), Claudius Seidl (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)