Fotomontage Jamaika-Koalition
imago/Rene Traut
Bild: imago/Rene Traut

Talk mit Jörg Thadeusz - THADEUSZ und die Beobachter

Während in Sichtweite vom Reichstag bereits die erste Weihnachtsbeleuchtung montiert wird, sondieren die Unterhändler eines möglichen Jamaika-Bündnisses noch immer, ob sich die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen lohnt. Auch wenn nach dem Wahlergebnis klar war, dass die Angelegenheit kompliziert werden würde, darf die Frage erlaubt sein, wann dieses Land mal wieder regiert wird.  

Besonders beim Klimaschutz und in der Flüchtlingspolitik geht es den beteiligten Parteien bei den zähen Gesprächen zunehmend auch ans politische Tafelsilber.  Wird es FDP und Grünen gelingen, hier gesichtswahrend Kompromisse einzugehen? Und werden wir pünktlich zum Fest der Liebe auf einen tragfähigen Deal hoffen können?

Während Martin Schulz das künftige Regierungsbündnis als "Schwampel" herabwürdigt, muss er gleichzeitig auf dessen Zustandekommen bauen, damit ihm seine Entscheidung, die Sozialdemokraten in die Opposition zu lenken, nicht doch noch auf die Füße fällt. Wird es ihm gelingen, auf dem Bundesparteitag Anfang Dezember den dringend erforderlichen Neuanfang einzuleiten? Basisdemokratischer soll die SPD werden, weiblicher, europäischer und vor allen Dingen programmatisch nachvollziehbarer. Doch ausgerechnet jetzt wird der erhoffte Neuanfang von Personaldebatten verhagelt, die nicht nur Schulz selbst betreffen. Besonders der innerhalb der Hauptstadt-SPD hochkochende Führungsstreit um Bürgermeister Müller und seinen Fraktionschef Saleh sorgt aktuell für Befremden.

Wie es einem Land bekommt, ein ganzes Jahr ohne politische Führung durchs Weltgeschehen zu stolpern, ist am Beispiel Amerikas zu bestaunen. Wo steht die ehemalige Supermacht, wo steht Europa, wo der Rest der Welt ein Jahr nachdem Präsidentendarsteller Donald Trump die Bühne betreten hat?

Außerdem bei "THADEUSZ und die Beobachter": Seit dem Missbrauchsskandal um den Fernsehproduzenten Harvey Weinstein ist die gesellschaftliche Debatte um Sexismus und problematische Machtstrukturen auch in Deutschland wieder auf der Agenda. Wie verbreitet sind diese Phänomene im Politikbetrieb und in den Medien, und wer hält hierzulande den Deckel drauf?

Jörg Thadeusz diskutiert mit folgenden Gästen

Claudia Kade (Die Welt), Elisabeth Niejahr (WirtschaftsWoche), Markus Feldenkirchen (Der Spiegel), Claudius Seidl (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung).