Ein ICE der Deutschen Bahn steht in einem Nothalt (Quelle: dpa/Stratenschulte)
Video: Brandenburg aktuell | 07.10.2017 | Nina Bednarz | Bild: dpa/Stratenschulte

Einschränkungen im Bahnverkehr - Aufräumarbeiten nach "Xavier" ziehen sich hin

Was von "Xavier" übrig blieb: Auch zwei Tage nach dem Orkantief gibt es im Bahnverkehr noch Ausfälle und Verspätungen. Die Strecke Berlin-Hamburg wird frühestens am Montag wieder frei sein. Dafür ist die Strecke Berlin-Hannover inzwischen wieder frei.

Die Deutsche Bahn hofft, dass die Aufräumarbeiten nach dem verheerenden Sturm "Xavier" größtenteils Anfang der Woche abgeschlossen sein werden. Das sagte eine Bahnsprecherin am Samstagmorgen der Nachrichtenagentur dpa.

"Das Problem ist, dass Bäume teilweise durch das nasse Erdreich nachkippen und wir dadurch erneut mit der Kettensäge ranmüssen. Wir arbeiten mit Hochdruck, aber es gibt Unwägbarkeiten. Darum ist eine genaue Prognose leider derzeit noch nicht möglich", sagte die Sprecherin.

Hamburg-Berlin erst Montag wieder frei

Am Samstagnachmittag konnte die Deutsche Bahn immerhin für die Strecke Berlin-Hannover Entwarnung geben. Die Strecke sei seit 15.30 Uhr wieder frei, teilte die Deutsche Bahn mit.

Die Strecke Hamburg-Berlin werde dagegen erst am Montag wieder befahrbar sein. Den Reisenden werde eine Umleitung über Uelzen und Stendal angeboten. "Es gibt eine Fahrzeitverlängerung von ungefähr 60 Minuten", sagte die Sprecherin.

Der Regionalverkehr ist ebenfalls eingeschränkt: So fahren keine Züge von Berlin nach Frankfurt (Oder) und Cottbus.

Mehrere hundert Stellen sind reparaturbedürftig

Nach Angaben der Bahn versperren an mehr als 500 Stellen Bäume, Äste und umgeknickte Masten die Gleise. Allein zur Reparatur von Oberleitungen seien 17 Spezialfahrzeuge und mehr als 100 Mitarbeiter im Einsatz. Auf der Strecke Berlin-Hamburg müssen die Oberleitungen über eine Länge von sechs Kilometern neu gebaut werden.

An den Bahnhöfen gestrandete Passagiere erhalten weiterhin Hotel- oder Taxigutscheine. Zudem würden an ausgewählten Bahnhöfen weiterhin Hotelzüge bereitgestellt, versicherte die Bahn-Sprecherin.

Der Fahrgastverband Pro Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bemängelten jedoch die unzureichende Kundeninformation der Bahn." Wir leben in einem Zeitalter von Apps und digitaler Information, und doch ist das Unternehmen Deutsche Bahn nicht in der Lage, seine Kunden ausreichend zu informieren", erklärte der stellvertretende Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel in Frankfurt am Main.

S-Bahnverkehr ab Montag wieder regulär

Einschränkungen gibt es das ganze Wochenende lang auch noch im Berliner Nahverkehr. Die Linien S1, S2, S25, und S3 sind teilweise noch unterbrochen, wie die S-Bahn Berlin am Samstagmittag über Twitter mitteilte. Die gesperrten Abschnitte versucht die Bahn mit Busersatzverkehr zu überbrücken. Auch dabei gibt es jedoch Engpässe.

Die S7 verkehrt zwischen Ahrensfelde und Potsdam nur alle 20 Minuten. Die Ringbahn kann zwischen Westend und Gesundbrunnen wegen einer Baustelle nicht fahren. Der hier geplante Ersatzverkehr musste ausfallen, da die Busse den Ersatzverkehr an den Außenarmen der S-Bahn bedienen mussten. Durch herabfallende Äste und umgestürzte Bäume sind während des Orkantiefs insgesamt 26 S-Bahnzüge beschädigt worden.

Die Berliner U-Bahn dagegen fuhr am Samstag wieder weitgehend nach Plan. Am Freitagabend wurde auch die Linie U6 wieder komplett freigegeben. Die BVG wies darauf hin, dass Fahrgäste von Bussen mehr Zeit einplanen sollten - weil darin schlichtweg durch den eingeschränkten S-Bahn-Verkehr mehr Passagiere unterwegs seien.

Ausnahmezustand bei Berliner Feuerwehr hält an

Wegen der Aufräumarbeiten nach "Xavier" befand sich die Berliner Feuerwehr auch am Samstagmorgen noch immer im Ausnahmezustand.

Bis um 9.00 Uhr seien die Einsatzkräfte zu 2675 unwetterbedingten Einsätzen ausgerückt, twitterte die Feuerwehr. Nach Angaben der Leitstelle ist noch völlig unklar, wann der Ausnahmezustand aufgehoben werden kann. Vor Samstagnachmittag sei nicht daran zu denken, sagte ein Sprecher.
 

Sendung: Inforadio, 07.10.17, 10 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

6 Kommentare

  1. 6.

    Ich würde gerne wissen, warum die Bahn gestern hunderte Kunden in Trebbin in Regen, Kälte und Wind hat stehen lassen. Am Nachmittag kam es anscheinend zu einem Personenunfall. Bis 19 Uhr war es nicht gelungen, einen SEV auf die Beine zu stellen. Die Fahrgäste wurden aus dem Zug beordert, dachten, es stünden Busse bereit. Der leere Zug stand dann noch etwa 45 Minuten am Gleis, bevor er nach Berlin zurückfuhr. Eine Stunde später folgte der nächste Zug, der ebenfalls in Trebbin endete. Dort wurden den Fahrgästen anscheinend Informationen geliefert: KEIN SEV, weil man – angeblich – keine Busfahrer auftreiben konnte!!!! Gegen 21 Uhr fuhr dann ein Zug ein, der nach weiteren 20min, seine Fahrt tatsächlich fortsetzte.
    Das, was mich wirklich sauer macht: KEINE Informationen, ob/wann/wie SEV, Fahrgäste, darunter Familien mit Kindern harrten im Regen aus, weil alle auf Busse warteten. Danke Bahn! Übrigens, die Hotline vom VBB ist abends nicht erreichbar...

  2. 5.

    Warum schreibt keiner über den Zusammenhang von Xavier und Klimawandel, auch nicht der rbb?

  3. 4.

    Wenn das so ist, dann sollten die da zwei Buslinien draus machen

    eine, die bis Rathaus Steglitz fährt
    und eine, die am Rathaus Steglitz Richtung Zehlendorf beginnt.

    Nichts tun und die Fahrgäste im Regen stehen lassen für das viele Geld, was da genommen wird, halt ich für ziemlich verächtlich gegenüber den Fahrgästen.

  4. 3.

    Das ist auf dem M48 um die Zeit auch ohne Probleme bei der S-Bahn nicht ungewöhnlich.

    Die Busse sind im Berufsverkehr häufig überfüllt und die Streckenführung über sowieso schon überlastete Straßen tut ihr übriges.

    Oft kommt im Berufsverkehr trotz 10-Minuten-Takt 40 bis 50 Minuten lang gar nichts an der Endstation in Zehlendorf an, wenn denn dann mal einer kommt und man den Fahrer fragt, wo denn die anderen geblieben wären erfährt man, dass die wohl am Rathaus Steglitz umgekehrt und wieder Richtung Alexanderplatz gestartet wären - wegen der hohen Verspätung.

  5. 2.

    Die Line S 23, wo Start und Ende diese normalerweise dann?

  6. 1.

    Ich wollte gestern am Freitag gegen 14 Uhr Richtung Zehlendorf fahren. vom S-Bahnhof Botanischer Garten aus sollten die Fahrgäste die Buslinie M48 benutzen.

    Diese jedoch kam nicht.
    Es blieb nichts anderes übrig, als umzukehren

    Eine andere Fahrgästin bemerkte, dass da an der Bushaltestelle schon über eine Stunde kein Bus der M48 Richtung Zehlendorf fuhr, so dass sie ebenfalls zurück zum S-Bahnhof ging um Richtung Berlin zurück zu fahren.

    Das allerdings halte ich nicht für sturmbedingt, sondern für organisatorische Mängel.

    Aber die Schildbürger geben das Geld ja lieber für CO2-Verpressung aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Polizeiauto am Kottbusser Tor. (Quelle: rbb)
rbb

Video | Berliner Polizei - Eine Nacht am Brennpunkt Kotti

Die Gegend um das Kottbusser Tor gilt seit Jahren als ein Kriminalitätsschwerpunkt in Berlin. Inzwischen ist es dort etwas ruhiger geworden - das ist wohl auch das Verdienst der Brennpunktstreifen vor Ort. Ganz friedlich geht es am Kotti aber immer noch nicht zu.

Bild in groß
Bildunterschrift