Video: Brandenburg aktuell | 14.11.2017 | Andreas König | Bild: infratest dimap Brandenburg aktuell

Nach Absage der Kreisreform - Umfragewerte für Brandenburger SPD fallen auf Rekordtief

Jeder zweite Brandenburger ist unzufrieden mit Rot-Rot - das ist eines der zentralen Ergebnisse des BrandenburgTrends im Auftrag des rbb. Besonders schlecht kommt die SPD weg. Und auch die Umfragewerte von Regierungschef Dietmar Woidke sind im Keller.

Die gescheiterte Kreisreform hat sich deutlich auf die politische Stimmung in Brandenburg ausgewirkt. Bei einer vorgezogenen Landtagswahl käme die SPD nur auf 23 Prozent der Wählerstimmen und würde sich mit der CDU (22 Prozent) ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Die AfD wäre mit 20 Prozent drittstärkste Kraft im Parlament. Die Linke käme auf 17 Prozent der Stimmen. Die FDP (mit 7 Prozent) und Bündnis90/Die Grünen (mit 6 Prozent) wären ebenfalls im Landtag vertreten.

Jeder Zweite ist unzufrieden mit Rot-Rot

Die Zahlen gehen aus dem jüngsten BrandenburgTrend hervor, für den infratest dimap im Auftrag des rbb-Fernsehmagazins Brandenburg Aktuell und der rbb-Welle Antenne Brandenburg mehr als 1.000 Wahlberechtigte befragt hat.

Auf die Frage, wie zufrieden die Wählerinnen und Wähler mit der derzeitigen Landesregierung sind, zeigte sich jeder zweite Befragte unzufrieden mit Rot-Rot. Vor allem AfD-Anhänger (88 Prozent) und FDP-Anhänger (56 Prozent) äußern sich kritisch. Im Vergleich zur Juni-Umfrage können beiden Parteien ein Plus von fünf beziehungsweise vier Punkten verbuchen. Dagegen verliert die SPD fünf Punkte und würde damit auf ein Rekordtief fallen. In keinem BrandenburgTrend ist für Brandenburgs Regierungspartei ein tieferer Wert ermittelt worden.

Schwache Werte auch für Woidke

Auch die Popularität von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat weiter abgenommen: Nur noch 54 Prozent der Brandenburger sind mit ihm zufrieden. In der aktuellen Amtszeit ist dies für ihn der geringste Wert. Vor der letzten Landtagswahl  waren noch 70 Prozent mit seiner Amtsführung zufrieden. Die Regierung aus SPD und Linken kann schon seit geraumer Zeit nicht mehr mit einer eigenen Mehrheit rechnen. In allen BrandenburgTrends seit Mai 2016 konnte Rot-Rot die 50-Prozent-Hürde nicht überwinden.

Um sich aus der aktuellen Krise zu befreien und neue Perspektiven für Brandenburg aufzuzeigen, will Woidke am Mittwoch eine Regierungserklärung abgeben. Wie es am Dienstag in Potsdam hieß, will er darin aufzeigen, wie die Verwaltungsstrukturen in Brandenburg auch ohne die Kreisreform modernisiert werden können.

Die CDU kann vom Umfragetief der Regierungskoalition allerdings kaum profitieren. Im Gegenteil: die Oppositionspartei verliert im Vergleich zu Juni drei Prozentpunkte. Mit CDU-Oppositionsführer Ingo Senftleben sind nur 19 Prozent der Befragten zufrieden; fast zwei Drittel der Brandenburger kennen ihn nicht oder können ihn nicht beurteilen.

Auch die von der CDU geforderten Neuwahlen stoßen nur auf geringe Zustimmung. Das Scheitern der Kreisreform ist für 80 Prozent der Befragten kein Grund für vorgezogene Landtagswahlen. Nur 15 Prozent sprechen sich für Neuwahlen aus.

BrandenburgTREND November 2017

Das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap hat vom 7. bis 11. November insgesamt 1.005 wahlberechtigte Brandenburgerinnen und Brandenburger repräsentativ befragt.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 14.11.2017, 19.30 Uhr

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 7.

    Wie kommen solche Umfragen zustande? Ich bezweifele diese Umfragen. Sie sagen nichts aus,hierzu sollte das Volk entscheiden. Aber die Bürger im Land Brandenburg werden ja nicht befragt.

  2. 6.

    Eigentlich hätten es sich die Parteien und Politiker in Brbg doch einfach machen können: Kreisgebietsreform vorher ausführlich den Bürgern erklären und dann das Volk befragen. Danach wird der Mehrheitswille umgesetzt! Dieses Land gehört den Bürgern denn sie bauen es mit Steuergeldern auf. Also gehört ihnen auch die Endscheidungsgewalt.....und das nicht nur alle 4-5 Jahre! Aber leider scheuen die Regierenden diese demokratische Möglichkeit wie der Teufel das Weihwasser..... bis auf wenige Ausnahmen.

  3. 5.

    Brandenburg nach Sachsen mit einem AfD Ministerpräsi ....nach den nächsten Wahlen ? das wäre ja soooo schön .... denke mal, Frau Merkel schafft das ...

    dann ist endlich Schluss mit der kleinen DDR, die besonders unter Stolpe und Platzeck nach der Wende wieder aufgebaut wurde ....

  4. 4.

    AfD - Platz 1 kommt immer näher. Sollten CDU/CSU bei den Regierungsverhandlungen in punkto Familiennachzug der Flüchtlinge den Grünen nachgeben, dann wird die AfD auch in Brandenburg einen weiteren Schub bekommen.

  5. 3.

    Das eine Wahl eines Bürgermeisters, die gegen die Kommunalverfassung verstößt, ungültig und zu wiederholen ist, hat nichts mit den von Ihnen sog. "Altparteien" zu tun, sondern ist in einem demokratischen Rechtsstaat nun einmal so. Ob es dabei um ein "Kaff" geht oder nicht, ist völlig unerheblich.

    Aber nichts geht über ein (un)gesundes Vorurteil. Hauptsache, sich immer schön als Opfer fühlen, nur weil man sich an Regeln halten soll, die für alle anderen gelten.

  6. 2.

    Jeder weiß doch, warum die etablierten Altparteien keine Neuwahlen wollen.
    Die Bundestagswahl dient doch als Warnung.
    Lebus ist Überfall.

  7. 1.

    Wen wundert's?...und mich freut's! Die AfD wird immer besser, auch deshalb, weil wegen so einer Sache wie in dem Kaff Lebus, gegen einen Afd-Bürgermeisterkandidaten vorgegangen wird. Die Altparteien haben es noch immer nicht geschnallt.

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