Herr Thao im Interview (Quelle: rbb)
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- "Wir haben immer davon geträumt, in Deutschland bleiben zu dürfen."

Dass Phan Huy Thao und seine Frau Hoa Le einmal Inhaber ihrer eigenen Restaurants sein würden, hätten die beiden vor der Wende nie zu träumen gewagt. Wie für zehntausende andere vietnamesische Vertragsarbeiter, war ihre Bleibeperspektive im wiedervereinigten Deutschland zunächst unklar. Doch die Thaos haben gekämpft - und betreiben heute zwei Restaurants in Berlin. 

Auf welche Erfahrung hätten Sie nach dem Mauerfall gern verzichtet?

"Gleich nach der Wende hatten wir erlebt, dass auf einmal viele DDR-Bürger keine Hemmungen mehr hatten, uns zu beschimpfen. Über uns rassistische Äußerungen einfach so auf der Straße. Oder sie auch das Recht darauf hätten, uns als zweite Klasse, Menschen als zweiter Klasse zu deklarieren. Aber das waren schon ängstliche Gefühle, wenn man von der Straßenbahn-Haltestelle zu uns zum Wohnheim unterwegs ist."

 

Zur Vita

Wenn ich mir eine Sache aus der DDR zurückwünschen könnte, dann...

"Ich wünsche mir auch diese alte Zeit, in der wir sorgenfrei gelebt haben. Alles wurde vom Staat organisiert, man musste sich keine Gedanken machen, was da schiefläuft oder nicht. Also selbst geht es einem wirtschaftlich gut, aber man muss sich immer Gedanken machen."