Ilker Halici (Quelle: rbb)
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- "Früher war Berlin eingekesselt. Heute sind wir eine Weltstadt."

Ilker Halici ist ein westberliner Türke, der 2003 nach Ostberlin gezogen ist, um einen Dönerimbiss zu eröffnen. Seither wohnt er mit seiner Familie im Prenzlauer Berg. Seine Geschäftsidee des ersten Neuland-Döners in Berlin kommt gerade dort sehr gut an. Ilker Halici ist ein großer Fan des Mauerfalls.

Für welche Erfahrung hat sich der Mauerfall auf jeden Fall gelohnt?

"Ich habe sehr viele neue interessante Menschen kennengelernt. Freunde durch den Mauerfall habe ich jetzt, hier auf der Greifswalder Straße. Ich habe den besten Döner der Stadt."

Zur Vita

Wie oft sind Sie auf der "anderen Seite"?

"Welche andere Seite? Ich bin mittlerweile im Ostteil der Stadt. Meinst du jetzt Westen? Also bin ich jetzt auch ein Ossi, oder wie? Wenn ich mir jetzt so bildlich die Mauer noch vorstelle, ja, ich bin fast jeden Tag drüben. Im Westen."

 

Ich liebe den Mauerfall, weil ...

"Ich habe ja den Mauerfall miterlebt. Wie es so verwachsen ist, habe ich alles mitbekommen. Und mittlerweile, nach 30 Jahren, kann ich sagen: Das ist ein guter Schachzug gewesen, dass die Mauer gefallen ist. Ja. Weil Berlin war eingekesselt und wir waren eingeengt. Und die Ostdeutschen waren auch eingeengt und eingekesselt. Jetzt sind wir wieder eine große Stadt und mittlerweile eine Weltstadt, ne?"

Auf welche Erfahrung hätten Sie nach dem Mauerfall gern verzichtet?

"Keine schlechte Erfahrungen. Doch, vielleicht schon, wo die Mauer frisch gefallen ist. Damals hatten die Leute keinen Kontakt zu Ausländern gehabt. Ich habe auf dem Bau gearbeitet. Und da haben sie uns natürlich komisch angeguckt. Wenn man mit denen geredet hat, war alles wieder in Ordnung. Da haben Sie gesehen, ey, der kann Deutsch und mit uns kommunizieren. Wenn man geredet hat, ist die Sache aus der Welt gewesen. Tutti!"