Ines Fürstenau-Ellerbrock (Quelle: rbb)
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- "Ich würde mir um nichts in der Welt die Mauer zurückwünschen."

Ines Fürstenau-Ellerbrock stammt aus Westberlin und hat den Mauerfall in Kreuzberg miterlebt. Heute ist die 48-Jährige Pfarrerin im brandenburgischen Fläming und erinnert sich an eine bewegende Wendezeit.

Auf welche Erfahrung nach dem Mauerfall hätten Sie gern verzichtet?

"Ich hätte gerne auf die Erfahrung verzichtet, dass mir ein Stück Heimat abhandengekommen ist, mit "meinem" West-Berlin, wie ich es kannte. Weil nach der Wende dann doch überall das Geld regiert hat, die Investoren kamen. Und Plätze verschwunden sind, die mir lieb und teuer waren."

Zur Vita

Was eint uns Ost- und Westdeutsche?

"Ich glaube, was uns eint, auch schon immer geeint hat, ist wahrscheinlich einfach der Versuch, aus seinem Leben das Beste zu machen. Und ich höre hier häufig den Satz: "Ja, wir waren auch glücklich." Und ich frage mich, warum Leute diesen Satz sagen müssen. Weil natürlich haben auch Leute hier ihr Leben gelebt und hatten schöne Momente und waren glücklich."

Welches Ossi-Klischee stimmt wirklich?

"Dass die Ostdeutschen sehr viel jammern würden. Das ist was, was mir tatsächlich hier und da begegnet. Wo ich mir manchmal wünschen würde, Mensch Leute, habt doch ein bisschen mehr auch im Blick, was bei allen Schwierigkeiten, ganz bestimmt, aber was gut geworden ist. Wie z.B. die Freiheit, die man gewonnen hat."