Johannes Wallmann. Quelle: rbb
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- "Wir sollten die Erlebnisse nutzen, um schlau mit Fragen der Zukunft umzugehen."

Johannes Wallmann wollte nicht auf den Mauerfall warten. 1986 stellen seine Frau und er Ausreiseanträge in die BRD. Wallmann ist Komponist und wollte zeit seines Lebens Kunst schaffen. In der DDR kam der Sohn eines Pfarrers jedoch nicht weiter. Zwei Jahre später reiste er doch aus und startete im Westen durch.

Ich liebe den Mauerfall, weil...

"... er eine wirklich neue Situation hervorgebracht hat. Wo vieles sich geändert hat, wo neue persönliche Entscheidungen wichtig waren, und vor allen Dingen, weil wir damit ein totalitäres System abgestreift haben."

Zur Vita

Auf welche Erfahrung nach dem Mauerfall hätten Sie gern verzichtet?

"Dass es so wenig Aufarbeitung gegeben hat. In meinem Bereich, im Musikbereich, sowieso. Der Kulturbereich insgesamt hat da meiner Meinung nach sehr wenig getan in dieser Hinsicht. Und das hätte ich gerne geändert."

 

Für welche Erfahrung hat sich der Mauerfall auf jeden Fall gelohnt?

"Wir haben Scheuklappen abgeworfen. Das sollten die Deutschen sich zu eigen machen: die Scheuklappen aufzumachen. Dass wir die Erlebnisse aus der Zeit der Teilung nutzen, um schlau mit den Fragen der Zukunft umzugehen."