Katrin Cholotta (Quelle: rbb)
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- "Ich hatte viel mehr Chancen als meine Eltern."

Katrin Cholotta ist Baujahr 1977 und kommt aus Königs Wusterhausen. Damit ist sie ein klassisches Wendekind - in der DDR geboren, aber mehrheitlich im vereinigten Deutschland aufgewachsen. Heute arbeitet sie im Bundesarbeitsministerium und stellte dort schnell fest, dass es ziemlich wenig Ossis unter den Beschäftigten gibt. Und je höher die Position, desto weniger Menschen mit ostdeutschem Hintergrund und Erfahrungsschatz sind dort zu finden.

Warum geht es Ihnen 30 Jahre nach dem Mauerfall gut oder schlecht?

"Mir geht es 30 Jahre nach dem Mauerfall gut, weil ich viel mehr Chancen hatte als meine Eltern. Und viel mehr Möglichkeiten in meiner persönlichen, beruflichen Entfaltung, als wenn die Mauer noch heute stehen würde."

Was trennt uns Ost- und Westdeutsche?

"Dadurch, dass der Elite-Begriff so negativ besetzt ist, haben vielleicht viele, auch meine Generation, erst mal einen super zögerlichen Zugang zu Führungspositionen. Und greifen nicht zu, wenn sie nicht komplett sicher sind, dass sie es können."

 

Für welche Erfahrung hat sich der Mauerfall auf jeden Fall gelohnt?

"Diese Erfahrung, dass eigentlich alles auch anders sein kann, als man es glaubt, in Stein gemeißelt zu haben. Und Umbrüche sind bewältigbar. Vielleicht sogar in Richtungen, an die man vorher noch gar nicht gedacht hat."