Theresa Arnoldt (Quelle: rbb)
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- "Wir sind nicht mehr als Ostdeutsche oder Westdeutsche aufgewachsen!"

Theresa Arnoldt ist eine pfiffige 18-Jährige aus dem Pankower Florakiez. Sie engagiert sich als Schülersprecherin und Redakteurin der Schülerzeitung am Carl von Ossietzky Gymnasium. Sie hat ihr Leben lang mit ihren Eltern in Pankow gewohnt, wurde als Kind ostdeutscher Eltern aber erst 12 Jahre nach dem Mauerfall geboren. Die Wendegeschichte empfindet sie als spannende Zeit und hat auch für ihre Schülerzeitung schon Zeitzeugen interviewt.

Ich hasse den Mauerfall, weil …

"Puh. Ich glaube, ich hätte es interessant gefunden, mal zu erleben, wie meine Eltern aufgewachsen sind."

Bei welcher Gelegenheit verschweigen Sie, dass Sie aus dem Osten kommen?

"Ich komme nicht aus dem Osten, das ist das Gute für mich. Meine Eltern kommen aus dem Osten. Weil wir nicht mehr als Ostdeutsche oder Westdeutsche aufwachsen, sondern als Deutsche, vielleicht auch nicht als Deutsche, sondern nur als Menschen."

Zur Vita

Warum geht es Ihnen 30 Jahre nach dem Mauerfall gut oder schlecht?

"Mir geht es gut, weil ... warte mal ganz kurz. Also soll ich das ... beziehe ich das ... ich meine, ich kann jetzt erzählen, warum es mir gerade gut geht, aber da ist schon der Bezug zum Mauerfall gefragt, oder? Ja, okay. Ich hätte nie die Möglichkeiten gehabt, die ich heute habe."

Bei welcher Gelegenheit haben Sie sich die Mauer schon einmal zurück gewünscht?

"Noch nie. Ich glaube, wirklich noch nie. Höchstens vielleicht, wenn man mal vor der Mauer steht und sich vorstellt, wie sah das früher aus? Dann wäre es cool gewesen, wenn man zurück springen könnte in die Zeit."

Angenommen, die Mauer stünde noch – wie wäre Ihr Leben heute?

"Meine Eltern haben sich, glaube ich, erst nach dem Mauerfall kennengelernt. Und zwar, weil sie beide in Berlin studiert haben. Das hätten sie im Osten nicht machen können. Und insofern wäre mein Leben eventuell gar nicht verlaufen. Das wäre die Konsequenz, wenn die Mauer nicht gefallen wäre."