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Eine Flughafengeschichte - Abflug Tegel

Der Tegeler Airport ist bis heute ein kühner Entwurf und war – nach seiner Eröffnung 1974 - einer der modernsten Flughäfen Europas. Heute muss er so viele Starts und Landungen verkraften wie noch nie.

Das Vorfeld auf dem Flughafen, Quelle: rbb
Das Vorfeld auf dem Flughafen

Schon längst sollte der Flughafen Tegel Geschichte sein. Doch kurz vor seinem angekündigten Aus schwang sich der alte Berliner Airport noch einmal zur Höchstform auf. Totgesagte leben länger.

Flughafen Tegel, Quelle: rbb
Flughafen Tegel

Die Tegeler Jungfernheide ist schon im 19. Jahrhundert Übungsplatz für die preußische Artillerie, später Versuchsgelände für die Entwicklung der Luftschifffahrt. Im Jahr 1909 landet hier nach einer spektakulären Fahrt vom Bodensee quer durch Deutschland ein Zeppelin. An Bord der Konstrukteur und Namensgeber Ferdinand Graf von Zeppelin. 1930 eröffnet in Tegel einer der ersten Raketenschießplätze der Welt. Unter der Leitung von Rudolf Nebel werden Versuche mit flüssigkeitsbetriebenen Flugkörpern betrieben – auch Wernher von Braun ist daran beteiligt.

Blick auf den Flughafen Tegel bei der Anfahrt; Quelle: Stefan Logemann
Sicht auf den Flughafen bei der Anfahrt

Nach Kriegsende übernehmen die französischen Alliierten das Kommando in Tegel. Während der Blockade Westberlins richten sie zusammen mit den Amerikanern in Rekordzeit neben Gatow und Tempelhof einen dritten Flugplatz ein: Zur Unterstützung der Luftbrücke wird in Tegel mit dem Bau der damals längsten Start- und Landebahn Europas begonnen: 2.400 Meter.

Marlene Dietrich bei ihrer Landung in Tegel 1969 zusammen mit Hildegard Knef; Quelle: SFB/rbb

Im Februar 1960 landet erstmalig eine zivile Maschine in Tegel. Noch im gleichen Jahr schwebt die Filmdiva Marlene Dietrich mit einer Caravelle ein.

1963 rückt der Flughafen in den Blickpunkt der Welt: Die Air Force One mit John F. Kennedy besucht die geteilte Stadt. Ein Jahr darauf wird der Bau des neuen zivilen Flughafens Tegel beschlossen. Geplant sind zwei sechseckige Abfertigungsgebäude, die miteinander verbunden sind. Doch nur eines wird fertiggestellt.

Film von Karin Reiss und Franziska Schulz

Aktualisierte Fassung 21.10.2014/rbb