Hand an Ohr, Frau hört besser (Quelle: colourbox)
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rbb Praxis Feature - Der große Report vom guten Hören

Die Welt ist Klang: Bis zu 400.000 Töne können wir unterscheiden und sogar erkennen, aus welcher Richtung sie kommen. Unsere zwischenmenschlichen Beziehungen, unsere räumliche Wahrnehmung, unsere Orientierung hängen maßgeblich von einem guten Gehör ab.

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Doch das Gehör ist anfällig. Unsere Ohren stehen schon im Mutterleib auf Empfang – und das ein Leben lang, ohne Pause. Augen kann man schließen, aber das Gehör kann man nicht abschalten.

Eine eingeschränkte oder veränderte Hörwahrnehmung kann im Alltag zu vielen Problemen führen. 15 Millionen Menschen in Deutschland haben kein gutes Gehör - entweder durch altersbedingte Veränderungen, Erkrankungen, Unfälle oder von Geburt an. Ein häufiger Grund sind auch Schäden durch Lärm. Denn unser Ohr lässt sich nicht einfach abschalten – selbst wenn es rundherum zu laut wird.

Moderne Geräte und Operationsmethoden können heute viel erreichen, um das Hören wieder zu verbessern. Und es gibt Hilfsmittel rund um den Gehörschutz, für den privaten und den beruflichen Alltag.

Wunderwerk Ohr

Der Hörapparat ist ein ausgeklügeltes anatomisches System. Geräusche, Sprache, Musik – all das nähert sich dem Ohr in Form von Schallwellen, die die Ohrmuschel wie ein Trichter in den Gehörgang weiterleitet.

Am Ende des Gehörgangs liegt das Trommelfell, welches das äußere Ohr vom Mittelohr trennt. Dabei ist das äußere Ohr der Empfänger des Schalls, das Mittelohr der Verstärker, denn die Schallwellen bringen das Trommelfell zum Schwingen. Am Trommelfell übernehmen die drei Gehörknöchelchen des Mittelohrs - Hammer, Amboss und Steigbürgel - den Schall-Impuls: Diese kleinsten Knochen des Körpers verstärken den Schall bis zu 40 Mal und übertragen ihn weiter in die wassergefüllte Hörschnecke, die Cochlea. Sie sitzt im Innenohr. In der Hörschnecke wird der Schall über Wasserwellen weitergeleitet und stimuliert zehntausende von feinsten Härchen. Diese "Haarzellen" wandeln die mechanischen Wellen in elektrische Impulse um. Schließlich gelangen diese Impulse über den Hörnerven bis ins Gehirn. Denn Hören ist nicht nur eine Sache der Ohren: Das eigentliche Hör- und Sprachverstehen leistet der Mensch zwischen den Ohren - im Gehirn.

Ein Mensch hört nur gut, wenn alle Teile dieser Kette einwandfrei funktionieren. Doch alle Bestandteile können durch verschiedene Ursachen beeinträchtigt sein.

Gefährlicher Lärm

Die Schäden durch Lärm werden oft unterschätzt: Doch wenn er zu laut und zu lange auf das Innenohr trifft kann das problematisch werden. Bei geringeren Lautstärken werden die Haarzellen nur leicht bewegt. Je lauter der Schall, desto stärker werden die Bewegungen. Die Härchen können verkleben oder gar abbrechen.

Kritisch wird es für das Ohr ab einer Lautstärke von 85 Dezibel. Das entspricht dem Lärmpegel eines Rasenmähers oder eines tragbaren Audiogeräts wie etwa einem MP3-Spieler. Denn dem Ohr ist es egal, ob die Schallwellen aus Lärmgeräuschen stammen oder von Musik. Experten zufolge sind die Ohren bei einem Diskobesuch von vier Stunden etwa genauso viel Lärm ausgesetzt wie nach einer 40-Stunden-Woche an einem Arbeitsplatz mit einer Lärmbelastung von 90 Dezibel. Der Unterschied dabei ist: Für einen solchen Arbeitsplatz sieht der Gesetzgeber einen Gehörschutz vor. In der Diskothek oder bei lauten Konzerten sind die Ohren meist ungeschützt.

Viele geben Schallwellen auch über Kopfhörer direkt ins Ohr und unterschätzen, was sie damit ihrem Gehör antun. Studien zufolge besitzen 45 Prozent der sechs bis 13-Jährigen einen MP3-Spieler mit Kopfhörern. Solche tragbaren Audiogeräte dürfen laut europäischer Norm eigentlich nur eine maximale Lautstarke von 85 Dezibel leisten. Das wird unter anderem auch durch das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit gewährleistet. Allerdings kann der Nutzer die Grenze auch eigenständig auf 100 Dezibel erhöhen – immerhin der Lärmpegel einer Kreissäge. Um die Ohren zu schonen, empfehlen Experten, nicht länger als sechs Stunden pro Woche Musik in Lautstärken über 95 Dezibel zu hören – egal ob über Kopfhörer oder ohne.

Vorbeugen durch Lärmschutz

Nicht immer kann man selber entscheiden, ob man sich Lärm aussetzt oder nicht. Gerade bestimmte Berufsgruppen sind Pegeln ausgesetzt, die dauerhaft das Gehör schädigen können. Dazu zählen nicht nur Bauarbeiter, die mit Presslufthammern arbeiten – auch für Kindergärtner oder Zahnärzte, die viel mit hochfrequenten Fräsen arbeiten, kann ein Gehörschutz ratsam sein.

Ein solcher Gehörschutz dämmt die Geräusche um 25 bis 30 Dezibel. Man schaltet die Umwelt also nicht komplett stumm. Es gibt unzählige Varianten in allen erdenklichen Preisklassen: Vom Einwegstöpsel aus Silikon, Wachs oder Schaumstoff bis hin zum maßangefertigten Schallschutz. Für alle aber gilt: Sie müssen gut passen, um den Lärm gut abdämmen zu können. Man sollte die Hörstöpsel jedoch nicht verschmutzt in den Gehörgang einsetzen. Sonst drohen Hautreizungen und Entzündungen.

In den letzten Jahren besonders im Trend: So genannte Noise Cancelling® Kopfhörer. Sie schützen nicht nur passiv vor Lärm, sondern aktiv. Sie erzeugen ein so genanntes gegenfrequentes Geräusch, das den Lärm neutralisiert. Eine Schallwelle kann man sich vorstellen wie eine Welle auf einem Teich. Die Welle hat Berge und Täler. Das gegenfrequente Geräusch hat immer da einen Berg, wo die Schallwelle der Lärmquelle ein Tal hat und umgekehrt. Berge und Täler heben sich dabei auf. Dadurch wird die Schallwelle der Lärmquelle neutralisiert. Solche Systeme sind jedoch deutlich teurer als klassische Ohrenstöpsel.

Lärmschutz lohnt sich. Denn Lärm zählt neben chronischen Mittelohrentzündungen und dem Alter zu den häufigsten Gründen für Schwerhörigkeit in Deutschland. Und die ist mit geschätzten 14 Millionen Betroffenen fast doppelt so häufig wie Diabetes mellitus.

Den Lärmpegel in seiner Umgebung kann man auch selbst messen: Dazu lassen sich beispielsweise preisgünstige Apps aufs Handy laden.

Volkskrankheit Schwerhörigkeit

Je nach Ursache kann die Schwerhörigkeit unterschiedlich behandelt werden. Schwerhörigkeit kann durch Störungen im äußeren Gehörgang, Mittel- oder Innenohr, aber auch durch Probleme am Hörnerv hervorgerufen werden.

Als Schallempfindungsstörung bezeichnen Experten Hörprobleme durch Schäden am Innenohr oder den Hörnerven. Diese Innenohrschwerhörigkeit ist deutlich häufiger als eine so genannte Schallleitungsstörung, bei der das Mittelohr oder der äußere Gehörgang betroffen ist. Nur jeder zehnte Schwerhörige hat einen geschädigten äußeren Gehörgang oder ein Problem im Mittelohr.

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