Arbeitsfotos SFD-Dokfilm "Polizei", Drehort Polizeirevier Berlin. © rbb/Peter Badel
Arbeitsfotos SFD-Dokfilm "Polizei", Drehort Polizeirevier Berlin. | Bild: rbb Presse & Information

Wie die DDR sich selbst beobachtete - Der heimliche Blick

Die Dokumentation bietet erstmals die Gelegenheit für eine umfassende Darstellung der Arbeit der Staatlichen Filmdokumentation.

Zwischen 1970 und 1986 entstanden bei der "Staatlichen Filmdokumentation" (SFD) am DDR Filmarchiv etwa 300, nicht für die Öffentlichkeit gedachte Filme. Offizieller Auftrag des Kulturministeriums an die Filmgruppe war es, eine Dokumentation des sozialistischen Staates für die Zukunft zu schaffen. SFD Filme sollten die DDR vollständiger zeigen als die zensierten Medien es taten: Nicht Agitation war das Ziel, sondern Information.

Gefilmt werden sollte, was in den Produktionsplänen von DEFA und Fernsehen nicht vorkam, was in der DDR Gesellschaft zu verschwinden drohte, was in der Öffentlichkeit als unerwünscht, ja sogar als tabuisiert galt. Dieser ungewöhnliche Auftrag war nur möglich, weil die Filme der Staatlichen Filmdokumentation nicht für die Zuschauer von Heute gedacht waren, sondern für die Zuschauer von Morgen: Erst spätere Generationen sollten die "ganze" DDR sehen und dann, so die Hoffnung, auch offen über Probleme und Widersprüche sprechen können.

Bis dahin waren SFD Filme, bis auf eine Handvoll von Ausnahmen, geheim und nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Noch 1989 gehörten sie zum Sperrmaterial des DDR Filmarchivs. Die Staatliche Filmdokumentation zeichnete "blinde Flecken" der DDR Medien auf, darüber hinaus aber auch eine Vielzahl von Lebens und Alltagsgeschichten: SFD Filme hielten Biographien von Menschen fest, die auf der mittleren Ebene der Macht die Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft der DDR geprägt hatten, aber auch ganz alltägliche Lebensläufe.

Besonders mit der Berlin Totale" entstand eine Filmreihe, die den Alltag der DDR aus ungewohnten Blickwinkeln zeigte den Alltag arbeitender Menschen, Familien und Wohnalltag, verschiedene soziale Gruppen vom Rentnerehepaar bis hin zur kinderreichen Familie, auch Alltag außerhalb der sozialistischen Normen. Im Jahr 1986 wurde das einmalige Filmexperiment der Staatlichen Filmdokumentation schließlich abgebrochen: Am Ende war das Misstrauen der Partei zu groß geworden, dass SFD Filmemacher die Grenzen des politisch Erlaubten überschritten hatten.

Film von Thomas Eichberg

Erstausstrahlung 17.03.15/ rbb

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