"Der Kanzlerspion - Das Doppelleben des Günter Guillaume" (Quelle: rbb/Gerd Müller)

Das Doppelleben des Günter Guillaume - Der Kanzlerspion

Der Film von Gabriele Denecke erzählt ein spannendes Stück deutsch‑deutscher Geschichte aus der Zeit des Kalten Krieges.

Günter Guillaume in den 60er Jahren beim fotografieren (Quelle: rbb/Pierre Boom)
Kanzlerspion Guillaume in den 60er Jahren

Mit der Verhaftung am 24. April 1974 endete das Doppelleben des Günter Guillaume. Vier Jahre war er der unauffällige, diensteifrige Referent im Bundeskanzleramt und gleichzeitig "Kundschafter" der Hauptverwaltung Aufklärung des DDR‑Geheimdienstes. Die Affäre "G." löste eine mittlere Staatskrise aus und war der Anlass zum Rücktritt von Bundeskanzler Willy Brandt.

Das Hochzeitsfoto von Christel und Günter Guillaume (Quelle: rbb/Pierre Boom)
Hochzeitsfoto von Christel und Günter Guillaume

Wer aber war der Mann, dem es gelang bis ins Zentrum der Macht vorzudringen? Was qualifizierte ihn, als Agent in den Westen geschickt zu werden? Wie veränderte er sich dort, wurde zum Spion mit zwei Loyalitäten, Kanzler Willy Brandt gegenüber und seinem Arbeitgeber der HVA?

Christel und Günter Guillaume 1982 in der DDR (Quelle: rbb/Pierre Boom)
Christel und Günter Guillaume 1982 in der DDR

"Der Kanzlerspion ‑ Das Doppelleben des Günter Guillaume" ist das Psychogramm eines Mannes, der als Agent aus dem Ruder läuft und sich als selbsternannten "Friedensvermittler" zwischen West und Ost sieht. Der größte Coup des Ministeriums für Staatssicherheit ist zugleich seine größte Niederlage. Ausgerechnet der Kanzler, der für eine neue Ostpolitik steht, stürzt über einen Ostspion. Die Frage, die Pierre Boom, Sohn des Kundschafters, seinem Vater gern gestellt hätte ‑ hat es sich denn gelohnt und wofür hat es sich gelohnt, blieb und bleibt unbeantwortet.

Pierre Boom, Egon Bahr, Mielkes späterer Stellvertreter Werner Großmann und andere Zeitzeugen zeichnen das Psychogramm Guillaumes, der gern ein Held gewesen wäre und doch nur ein Verräter war.

Film von Gabriele Denecke

(Erstsendung: 14.04.14/ARD 1.)