Leon Schwarzbaum zeigt in "seiner" alten Baracke in Auschwitz-Birkenau, wo er lag, Foto: rbb/Viet-Film
Bild: rbb/Viet-Film

- Der letzte Jolly Boy

Der Berliner Leon Schwarzbaum überlebte als Einziger seiner Familie Auschwitz, Sachsenhausen, die Lager. Der Film begleitet ihn an Orte des Holocausts.  

Er besucht seine alte Schule in Polen, ist Zeuge bei einem Prozess gegen einen KZ Wachmann in Detmold, geht in Talkshows und Schulen und trifft Häftlinge einer Justizvollzugsanstalt. Eine filmische Reise durch deutsche Wirklichkeiten.

Leon Schwarzbaum, geboren 1921 in Hamburg/Altona, aufgewachsen im polnischen Bedzin, überlebte als Einziger seiner großen Familie den Holocaust. Er war in Auschwitz, dort Zwangsarbeiter bei Siemens, wurde nach Buchenwald und nach Sachsenhausen/Haselhorst deportiert, überlebte zwei Todesmärsche und wurde im Mai 1945 von den Amerikanern bei Schwerin befreit. Er blieb in Deutschland.

Aber erst im hohen Alter von fast 90 Jahren spricht er öffentlich über seine Erlebnisse, über sein Überleben im Land der Täter. Er spricht mit Schülern, bis heute noch mit fast 99 Jahren. Mit dem Regisseur Hans Erich Viet beginnt er ein "Roadmovie" über mehrere Jahre.

Leon Schwarzbaum vor dem ehemaligen Jüdischen Waisenhaus in Bedzin, Foto: rbb/Viet-Film
Bild: rbb/Viet-Film

Sie fahren nach Auschwitz, nach Gleiwitz, an die Stätten der nationalsozialistischen Verbrechen. Aber auch zu seinem Elternhaus nach Bedzin. Er steht an den Bahngleisen, an denen er im Juni 1943 von den Eltern, Freunden und Verwandten getrennt wurde.

Fast alle wurden am selben Tag im 60 km entfernten Auschwitz ermordet. Er muss noch ein paar Wochen im Ghetto von Bedzin bleiben, der junge Mann muss für die Deutschen aufräumen.

Anfang August 1943 wird er mit den restlichen Juden von Bedzin auch nach Auschwitz deportiert. Der Tätowierer gibt ihm den lebensrettenden Rat: Du musst sehen, dass du eine einfache Arbeit bekommst, sonst bist du bald tot. Schwarzbaum wird Läufer des Lagerältesten, danach Zwangsarbeiter bei Siemens im Außenlager Bobrek. Es folgt eine Odyssee von Verlegungen und Todesmärschen, die er wie durch ein Wunder überlebt.

Leon Schwarzbaum trifft in Auschwitz-Birkenau zufällig einen Guide, der israelische Jugendliche durch das Lager führt, Foto: rbb/Viet-Film
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Der Film reist mit Schwarzbaum zu diesen Stätten. Schwarzbaum will unbedingt den Menschen zeigen und erzählen, was passiert ist. Durch das Unterwegs Sein gerät er auch in das Umfeld des letzten SS Auschwitz Prozesses gegen Reinhold Hanning nach Detmold.

Er sagt als Zeuge und Nebenkläger aus, appelliert an den Angeklagten: "Wir stehen als 95 Jährige bald auch vor dem letzten Richter, reden Sie über Ihre Erlebnisse, so wie ich von meinen berichte!" Er erhält keine Antwort.

Schwarzbaum wird in Talkshows von Markus Lanz eingeladen. Er besucht Strafgefangene in einer JVA in der Nähe von Riesa. Die Insassen sind fasziniert von dem ruhigen, höflichen alten Mann, verstehen wie es ist, eingesperrt zu sein. "Können Sie den Deutschen vergeben?", fragen ihn polnische Schüler. Er sagt: "Nein, das kann ich nicht, das könnten nur die Toten."

Dokumentarfilm von Hans Erich Viet
Erstausstrahlung 26.01.20/rbb

Szenenfoto aus "Krieg der Träume 1918 - 1939" (Bild: Bild: SWR/Ricardo Vaz Palma)
SWR/Ricardo Vaz Palma

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Szenenfoto aus "Krieg der Träume 1918 - 1939" (Bild: Bild: SWR/Ricardo Vaz Palma)
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