Passagiere des Schiffes "St. Louis" gehen in Hamburg an Bord (Bild: rbb/NDR/David Dollmann)
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Dokudrama mit Ulrich Noethen und Britta Hammelstein - Die Ungewollten - Die Irrfahrt der St. Louis

Voll Zuversicht verlassen 937 jüdische Flüchtlinge 1939 Nazi–Deutschland. Ein Visum für Kuba verspricht ein Leben ohne Angst. Doch Havanna verweigert die Einreise.

Kapitän Schröder (Ulrich Noethen) spricht zu den Passagieren (Bild: rbb/NDR/David Dollmann)
Kapitän Schröder (Ulrich Noethen) spricht zu den Passagieren

Ein altes Grammophon, Briefe und ein Tagebuch. Auf dem Dachboden einer Hamburger Villa lag jahrelang eine alte Seekiste - der Nachlass von Gustav Schröder. Sein Name erinnert in Jad Vashem an die dramatischen Ereignisse an Bord der "St. Louis". Voll Zuversicht verlassen 937 jüdische Flüchtlinge 1939 den Hamburger Hafen. Nazi–Deutschland hinter sich, die Freiheit vor sich.

Luxusliner "St. Louis" im Juni 1939 im Hafen von Havanna (Bild: picture-alliance/Courtesy_Holocaust-Museum)
Luxusliner "St. Louis" im Juni 1939 im Hafen von Havanna

Ein Visum für Kuba verspricht ein Leben ohne Angst. Doch Havanna verweigert die Einreise. Kapitän Schröder nimmt Kurs auf die USA. Auch Washington lässt die „St. Louis“ nicht in einen sicheren Hafen. Als auch noch Kanada die Aufnahme verweigert, gerät die Fahrt in die Freiheit zur Odyssee auf dem Atlantik.

Passagierin Martha (Britta Hammelstein) mit Kind (Bild: rbb/NDR/David Dollmann)
Passagierin Martha (Britta Hammelstein) mit Kind

An Bord machen die Worte Selbstmord und Meuterei die Runde. Knapp einen Monat nach Verlassen des Hamburger Hafens läuft die "St. Louis" in Antwerpen ein. Fast ein Drittel der Passagiere ermorden die Nazis in den folgenden Jahren. Die Ereignisse an Bord der "St Louis" erscheinen heute erschreckend aktuell. Kanadas Premier Justin Trudeau entschuldigte sich bei den Familien der jüdischen Flüchtlinge, die Kanada einst abwies.

Ulrich Noethen als Kapitän Gustav Schröder (Bild: rbb)
Ulrich Noethen als Kapitän Gustav Schröder

Das Drehbuch des Doku-Dramas basiert auf Gustav Schröders Tagebucheintragungen, das dem Film im Zusammenspiel mit beeindruckendem Archivmaterial und den Schauspielern Ulrich Noethen und Britta Hammelstein, eine sehr emotionale Note verleiht.

Dokudrama D 2019

Erstsendung: 19.01.2020/rbb