René nutzt Verteilersystem im Internet namens foodsharing, Quelle: rbb/NDR
Bild: rbb/NDR

Essen ohne Geld - Die Ernährungskünstler

Was tun, wenn das Geld nicht für regelmäßige Einkäufe im Supermarkt reicht? Ute Jurkovics hat drei Ernährungskünstler mit einem Kamerateam begleitet.

Anne-Dore R. ist erfinderisch. Sie sammelt Nüsse, Kräuter, Beeren und andere essbare Früchte. Dabei lebt die alleinerziehende Mutter nicht auf dem Land, sondern mitten in der Stadt. Im Winter, wenn es in den Grünanlagen nichts zu ernten gibt, kauft sie Kohl im Sonderangebot und füllt kiloweise Gläser mit Kimchi ab. Das koreanische Krautgericht hält sich monatelang und füllt den Magen, wenn der Kühlschrank leer ist.

"Was man noch essen kann, gehört einfach nicht in den Müll."

René ist Student und muss ebenfalls mit wenig Geld auskommen. Er nutzt ein Verteilersystem im Internet namens foodsharing. Die Lebensmittelretter, wie sich die Mitstreiter der Initiative nennen, holen Waren von Läden ab, die sonst weggeworfen würden und stellen sie kostenlos zur Verfügung. René geht es dabei auch ums Prinzip: "Was man noch essen kann, gehört einfach nicht in den Müll", sagt er. Elf Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr in Deutschland weggeworfen. Gleichzeitig gibt es Menschen, die nicht genug zu essen haben.

Tina R. ist Frührentnerin und bekommt Grundsicherung vom Staat. Vor allem am Monatsende hat sie kaum noch Geld. Doch die Hamburgerin weiß sich zu helfen. Regelmäßig sucht sie die Biotonnen von Discountern nach Produkten ab, die noch brauchbar sind. "Containern" nennt sich das. Kartoffeln, Möhren, Fertiggerichte oder Aufschnitt fischt Tina R. aus dem Müll. Theoretisch ist das Diebstahl. Doch die Rentnerin hält es für das weitaus größere Unrecht, Essbares wegzuwerfen.

Die drei verfolgen unterschiedliche Strategien, um kostenlos an Lebensmittel zu kommen: Student René nutzt das Internet und Initiativen wie foodsharing. Außerdem kauft er auf dem Hamburger Fischmarkt ein, der ursprünglich kein Touristen-, sondern ein Restemarkt ist.

Anne-Dore R. will zurück zur Natur, zur Vorratshaltung und zu Großmutters Rezepten. Sie glaubt, dass sie so nicht nur preiswerter, sondern auch gesünder lebt.

Rentnerin Tina R. geht "containern" und nutzt das Angebot eines Lebensmittelhändlers im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel, der jeden Abend nach Ladenschluss unverkäufliche Waren herausgibt. Tina wünscht sich, dass die "Götterspeise" Schule macht und mehr Lebensmittel verbraucht statt weggeschmissen werden. In Frankreich sorgt dafür jetzt ein Gesetz. Es verbietet großen Supermärkten und Händlern, Waren zu vernichten, die man noch essen kann.

Reportage von Ute Jurkovics

Erstausstrahlung am 08.04.2016/NDR

Der Landwehrkanal Berlin-Kreuzberg © rbb
rbb

Auf dem Landwehrkanal - Berlin mit dem Schiff erfahren

Der Landwehrkanal ist einer der längsten Kanäle Berlins. Über 10 Kilometer lang, erstreckt er sich vom Berliner Osten bis tief in den Berliner Westen. Geschichten einer Wasserstraße und der Menschen an ihren Ufern.

Karoline Vogel mit Ultraschallbildern ihrer Tochter. © rbb/Lotta Kilian
rbb Presse & Information

Am Anfang

Viele Schwangere nehmen heute selbstverständlich die Pränataldiagnostik in Anspruch. Doch nicht immer sind sich die werdenden Eltern der Tragweite bewusst. Denn wie entscheiden sie, wenn bei den Untersuchungen Erkrankungen des ungeborenen Kindes festgestellt werden?

Janny (re.) kämpft, Quelle: rbb/AWFP/Julia Lemke
rbb/AWFP/Julia Lemke

Schultersieg

Von vier Mädchen, die auszogen, das Ringen zu lernen. Mit zwölf Jahren verließen sie ihr Zuhause, um in einem Sport-Internat in Frankfurt/Oder zu leben. Sie sind Ringerinnen, die von einem Meisterschaftstitel träumen. Ein Dokumentarfilm über das Erwachsenwerden, über den Kampf mit dem Gewicht und den Kampf um den Sieg.

Bahnhof in der Sonnenallee (Quelle: imago/Steinach)
imago/Steinach

24h Sonnenallee

Fünf Kilometer Asphalt. Die Sonnenallee läuft mitten durch Neukölln. Geprägt von vielen Migranten galten die Kieze als schwieriges Pflaster. Doch in den vergangenen Jahren avancierte Neukölln zum Magneten für junge Leute und Touristen, mit seinen arabischen Supermärkten und Restaurants zum Treffpunkt für Flüchtlinge. Still wird es in der Sonnenallee nie.

8mm DDR, Quelle: rbb/MDR
MDR/Fernsehkombinat

8mm DDR (2/2)

Etwa 100.000 Amateurfilmer drehten in der DDR unzählige Filmminuten auf 8mm, Super 8 oder sogar 16mm. Diese ganz privaten Zeugnisse der DDR-Kulturgeschichte erzählen - mal linientreu, mal harmlos, mal versteckt erotisch, mal subversiv - vom Leben in der DDR.