Die Liebenthaler Pferde sind auch bei geschlossener Schneedecke draußen und kommen ohne Stall aus. © rbb/Maico Riegelmann,
rbb Presse & Information
Bild: rbb Presse & Information

Ein Dorf und seine Pferde - Die Wilden in der Schorfheide

Die Pferdeherde am Rande der Schorfheide ist einzigartig. Ohne Reiter, Schmied und Leckerlies leben sie in ihren Familienverbänden. Die "Liebenthaler Wildlinge" entstanden aus Rückzüchtungen eines Verhaltensforschers, sind robust und sanftmütig. Die Geschichte einer Herde, um die sich ein ganzes Dorf kümmert.

André Schröder liebt die Wildlinge - zusammen mit seinem Bruder Manfred kümmert er sich jeden Tag um die Liebenthaler. © rbb/Maico Riegelmann
André Schröder liebt die Wildlinge.

Etwa 100 "Liebenthaler Wildlinge" betreut Claudia Grünefeldt seit vier Jahren, eigentlich nur als Halbtagsjob. Doch sie ist mit ganzem Herzen dabei und verbringt viel mehr Zeit bei ihren Schützlingen, als sie müsste. Unterstützt wird sie von den Brüdern André und Manfred Schröder, die schon früh am Morgen mit dem Kontrollgang beginnen. Die beiden Männer schauen, ob die Tiere unverletzt sind.  

"Wir prüfen, ob die Zäune defekt sind und ob Strom drauf ist. Denn könnten sie die Weide verlassen, wären sie weg – es sind ja Wildpferde."

Morgenstimmung bei den Liebenthalern, auch vor Sonnenaufgang sind sie schon wach. © rbb/Maico Riegelmann

Der Verhaltensforscher Jürgen Zutz versuchte in den 60er Jahren, Fjordpferde zurück zu züchten und sich dem ausgestorbenen europäischen Wildpferd wieder anzunähern. Doch es entstand eine ganz eigene Rasse. Als der Züchter 1996 starb, war es die kleine Gemeinde Liebenwalde, die den Pferden eine neue Heimat gab. Ein Verein übernahm die Verantwortung für die Liebenthaler Pferde, die seit 2014 sogar eine geschützte Marke sind.

In diesem Jahr feiert der Bürgermeister mit der Herde 20-jähriges Jubiläum. Neun Zuchthengste mit ihren Familien – also fast hundert Tiere – leben zurzeit auf der Koppel. Mehr dürfen es nicht werden, denn der Platz ist begrenzt. Für viele Reiter sind die sanften Wildlinge mit dem Aalstrich auf dem Rücken zum Geheimtipp geworden.

Stute Rena soll verladen werden. © rbb/Maico Riegelmann
Stute Rena soll verladen werden.

Claudia Grünefeldt gibt den Kaufinteressenten viel Zeit, um sich für ein Tier zu entscheiden – obwohl – so sagt die 48-Jährige "eigentlich sucht sich meist das Pferd seinen neuen Besitzer aus." Bei guter Zuwendung sind die Liebenthaler sehr anhänglich, Freunde fürs Leben – denn sie können älter als 30 Jahre werden. Für die Gemeinde Liebenwalde sind sie etwas ganz Besonderes.

Film von Maico Riegelmann und Susanne Heim

Erstausstrahlung am 03.12.2016/rbb

Die rbb Reporter - Wasser, Zelte, Mückenstiche, Quelle: rbb
rbb Presse & Information

Camping am See - Wasser, Zelte, Mückenstiche

Auf der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern, mitten im Naturpark Feldberger Seenlandschaft, liegt ein Geheimtipp vieler Camper: der Dreetzsee Campingplatz.

Bio Hühnerhof in Serwest Chorin, Foto: imago/Andreas Gora
imago/Andreas Gora

Unterwegs mit dem Hühnergott

Fast täglich belädt Frank Jäkel seinen Kleinlaster mit Hühnern und Enten und fährt über die Lausitzer Dörfer. Mal 300, mal 600 Tiere hat der 59-Jährige auf der Rückbank in dem eigens dafür konstruierten rollenden Hühnerhotel.

Peter Kühne ist Sammler aus Leidenschaft, sogar Milchtüten hat er gesammelt.

Jagd auf Plaste und Elaste

Die rbb-Reporter sind mit Trödelhändlern und Ostalgie-Fans auf Jagd nach "DDR-Schätzen" - quer durch Berlin und Brandenburg.

Arminius Markthalle Innenansicht. (Quelle: dpa-Zentralbild/Jens Kalaene)
dpa-Zentralbild/Jens Kalaene

Die Markthalle in Moabit - Schrippen, Shrimps und schräge Vögel

Die Arminius Markthalle liegt im Herzen des Berliner Stadtteils Moabit. In den vergangenen Jahren hat sich hier, im Vergleich zu den Berliner Szenekiezen, weniger getan. Doch jetzt hält eine neue, junge Generation Einzug in den Kiez und erschließt sich eines ihrer "Filetstücke": Die Moabiter Markthalle.

Das Staatsorchester Frankfurt initiiert in jedem Jahr ein Nachwuchsprojekt. Nour hat einen Soloauftritt. © rbb/Michael Lietz
rbb/Michael Lietz

Nour will aufs Gymnasium - Golzows neue Kinder (2)

Gerade einmal vier Jahre brauchte die zwölfjährige Nour, um die Grundschule in Golzow zu schaffen. Nun will sie aufs Gymnasium. Als sie im Sommer 2015 mit ihrer Familie aus Damaskus nach Deutschland flüchtete, war sie verunsichert, heimatlos und sprach kein Wort Deutsch. Die rbb Reporter haben Nour und ihre Familie vier Jahre begleitet.