Menschen demonstrieren gegen die Wohnungspolitik. (Quelle: imago images / Arnulf Hettrich)
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Bild: imago images / Arnulf Hettrich

- Erst die Miete, dann die Moral?

In vielen Großstädten finden selbst Normalverdiener kaum mehr bezahlbaren Wohnraum. Die Reportage handelt Mietenwahnsinn in Berlin und dem Kampf dagegen.

Verzweifelte Mieter, gierige Immobilienkonzerne – ist deutsche Wohnungspolitik auf diese einfache Formel zu bringen? Welche Werte und Maßstäbe existieren noch? Die Journalisten begleiten Mieter, die um ihre Wohnung kämpfen und fragen Vermieter nach Grenzen für den Profit mit Wohnraum. Und sie zeigen Modelle für mehr Fairness auf dem Immobilienmarkt.

Ein Wandbild gegen Wohnungsnot in Berlin-Kreuzberg (Bild: rbb)
Ein Wandbild gegen Wohnungsnot in Berlin-Kreuzberg

In vielen deutschen Großstädten ist das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt aus den Fugen geraten. Die soziale Spaltung wächst. Immer häufiger stehen sich Vermieter und Mieter unversöhnlich, sogar feindlich gegenüber. Die Regeln des fairen Miteinanders scheinen nicht mehr zu gelten.

Wohnen ist ein international verbrieftes Menschenrecht. Doch aus Sicht der Investoren sind Immobilien vor allem eine Kapitalanlage. Sollten sie auf Profit verzichten - zum Wohle der Allgemeinheit? Geht es um das existenzielle Bedürfnis Wohnen, vermag der freie Markt nicht alles zu richten.

Seit 15 Jahren steigt der Mietpreis in der Hauptstadt dramatisch. Selbst Normalverdiener finden kaum Wohnungen. Die Landesregierung will deshalb die Mieten deckeln. Die Immobilienbranche gerät in Panik. Und ganz Deutschland schaut auf Berlin, denn eine solche Begrenzung der Miete ist ein drastischer Eingriff und wäre eine bundesweite Premiere.

Abriss mitten im Kiez (Bild: rbb)
Abriss mitten im Kiez

Die Autoren sind dabei, wenn die bundesweit bekannte Bausenatorin Katrin Lompscher von der Linkspartei Mieter und Investoren trifft. Sie begleiten ebenso eine Vertreterin der Immobilienbranche auf Berliner Baustellen, um zu erfahren, warum Investoren und Vermieter gegen die geplante Mietregulierung sind. Welche Gefahren sehen sie, und wo liegt ihre soziale Verantwortung?

Aber es gibt in Deutschland durchaus Modelle für mehr Gerechtigkeit auf dem Mietenmarkt. Der Film zeigt drei Beispiele: So kauft die Stadt Ulm seit mehr als 100 Jahren Bauland auf Vorrat, beeinflusst damit die Boden- und Baupolitik und sorgt für günstigen Wohnraum.

Im roten Wedding: Protest gegen eine Zwangsräumung (Bild: rbb)
Im roten Wedding: Protest gegen eine Zwangsräumung.

In Weimar schließen sich Bürger zusammen und kaufen eine alte Feuerwache, die jahrelang leer stand. Hier wollen sie 20 neue Wohnungen für bezahlbare Mieten bauen, die sie selbst bewohnen und verwalten, nach dem Prinzip: Die Häuser denen, die darin wohnen. Sie gehören zum „Mietshäuser Syndikat“.
 
Ein Berliner Hausbesitzer tut alles dafür, dass sich seine Mieter ihre Wohnungen leisten können und gründet deshalb eine gemeinnützige Stiftung. Überschüssige Mieteinnahmen spendet er für soziale Projekte. Sein Grundsatz: „Man kann auch eine Menschlichkeit haben, wenn man mit Wohnungen wirtschaftet.“

Film von Ute Barthel, Jana Göbel und Ansgar Hocke

Erstsendung: 28.10.19/ARD 1.

Gemüsekiste, Foto: imago/Ini1110/Photocase
imago/Ini1110/Photocase

Unterwegs mit Lebensmittelrettern - Teller oder Tonne

In Deutschland werden jede Sekunde 570 Kilogramm Lebensmittel entsorgt. Die Reportage schaut hinter die Kulissen der Lebensmittelrettung in Berlin und begleitet Menschen, die sich dafür engagieren.

Edgar Froese, Christoph Franke, Johannes Schmoelling 1980 (Bild: rbb).
rbb Presse & Information

Die Macht der Musik - Tangerine Dream - Revolution of Sound

Edgar Froese, Bandleader von Tangerine Dream und Pionier der elektronischen Musik, sucht zeitlebens nach dem ultimativen Sound. Die stete Suche führt ihn und seine Bandmitglieder zu weltweitem Erfolg. Der Film erzählt die Höhepunkte von Tangerine Dream.