Willy als kleiner Junge in der Schule (Quelle: Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Die Geschichte vom Onkel Willy aus Golzow")
Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Die Geschichte vom Onkel Willy aus Golzow"
Bild: Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Die Geschichte vom Onkel Willy aus Golzow"

Retrospektive - Die Geschichte vom Onkel Willy aus Golzow

Willy war einer von 18 Schülerinnen und Schülern, geboren in der DDR, eingeschult im Sommer 1961 - wenige Tage nach dem Bau der Mauer. Die Filmemacher begleiteten auch Willy durch die Jahrzehnte und zeigten wie aus dem kleinen Willy "Onkel Willy" wurde.

Einst der Kleinste in der Klasse, tat Willy im späteren Leben viel, um nicht übersehen zu werden. 1969 als 14-Jähriger nach seinen Wünschen befragt, nannte Willy drei: "Dass man den Menschen nützlich sein kann, dass kein Krieg mehr ist und dass ich viel in der Welt herumkomme". Er lernte Agrotechniker und kannte bald das Innenleben sämtlicher Landmaschinen. Er heiratete früh, wurde Vater zweier Kinder. Im "verflixten siebten Jahr" trennten sich Willy und seine Frau. Er folgte seiner neuen Liebe nach Gräfenheinichen, dort wurde 1988 sein Sohn Kevin geboren. Eine neue Partnerschaft, kurz darauf die politische Wende in der DDR, die plötzliche Gefährdung des Arbeitsplatzes veränderten Willys Lebenseinstellung.

Was 1961 mit einem Kurzfilm ("Wenn ich erst zur Schule geh'") in einer Golzower Buddelkiste begann, wurde die älteste - vielfach preisgekrönte - Langzeitdokumentation der Filmgeschichte. Aus der Chronik über den Alltag in der DDR wurde unversehens eine Dokumentation über die Schwierigkeiten des Vereinigungsprozesses.

"Die Geschichte vom Onkel Willy aus Golzow" ist der erste von vielen langen Porträtfilmen über "Die Kinder aus Golzow", die mit dem ORB/rbb als Koproduzenten entstanden. "Nichts Sensationelles ist in diesen Jahren mit den Kindern aus dem kleinen Ex-DDR-Dorf Golzow passiert. Und doch ist das Gesamtwerk eine Sensation", urteilte die Süddeutsche Zeitung.

Film von Barbara und Winfried Junge

Golzow-Retro - Die Filme im Überblick

Drehbuch: Die Zeiten-Abschlussfeier der 10. Klasse, 1971; Quelle: rbb/PROGRESS Film-Verleih/Reiner Podzuweit
rbb/PROGRESS Film-Verleih/Reiner Podzuweit

Drei Jahrzehnte mit den Kindern von Golzow und der DEFA - Drehbuch: Die Zeiten

"Die Kinder von Golzow" ist die Geschichte von 18 Schülerinnen und Schülern, geboren in der DDR, eingeschult im Sommer 1961, wenige Tage nach dem Bau der Mauer. Eine Langzeitbeobachtung, die ihre Helden fast 50 Jahre dokumentarisch begleitete. Der rbb zeigt die Retrospektive "Die Kinder von Golzow" in den kommenden zehn Wochen: zehn Filme der Reihe, die nach der Wiedervereinigung entstanden.

Elke, als Schulkind; Quelle: rbb/PROGRESS Film-Verleih/Winfried Junge
rbb/PROGRESS Film-Verleih/Winfried Junge

Retrospektive - Was geht euch mein Leben an? Elke - Kind von Golzow

Die älteste und umfassendste Langzeitdokumentation der Filmgeschichte erzählt diesmal von Elke - von der Buddelkiste bis zum 41. Geburtstag der gelernten Bauzeichnerin, Mutter zweier Kinder, geschieden, die heute mit einem Geschäftsmann aus Frankfurt am Main in der Nähe von Frankfurt (Oder) lebt.

Marieluise als kleines Mädchen (Quelle: Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Da habt ihr mein Leben. Marieluise - Kind von Golzow")
Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Da habt ihr mein Leben. Marieluise - Kind von Golzow"

Retrospektive - Da habt ihr mein Leben. Marieluise - Kind von Golzow

Marieluise, die 1961 in Golzow eingeschult wurde, erlernte den Beruf der Chemielaborantin, heiratete einen Offizier der Nationalen Volksarmee, bekam zwei Töchter - und ging nach der Wende mit ihrem Mann nach Köln.

Die junge Brigitte in der Schule (Quelle: Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Brigitte und Marcel - Golzower Lebenswege")
Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Brigitte und Marcel - Golzower Lebenswege"

Retrospektive - Brigitte und Marcel - Golzower Lebenswege

Im Mittelpunkt steht diesmal das zutiefst berührende Leben von Brigitte und ihrem Sohn Marcel. Brigitte wurde als erste in ihrer Klasse Mutter und starb als erste. Ihr Sohn Marcel war damals erst zwölf Jahre alt.

Dieter mit seinen Arbeitskollegen (Quelle: Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Ein Mensch wie Dieter - Golzower Lebenswege")
Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Ein Mensch wie Dieter - Golzower Lebenswege"

Retrospektive - Ein Mensch wie Dieter - Golzower Lebenswege

Dieter war einer von 18 Schülerinnen und Schülern, geboren in der DDR, eingeschult im Sommer 1961 – wenige Tage nach dem Bau der Mauer. In der längsten Langzeitbeobachtung der Filmgeschichte wird auch sein Lebensweg begleitet.

Der Filmemacher Winfried Junge nimmt in einem Archiv in Berlin, das mit Filmmaterial seines Langzeit-Projektes "Kinder von Golzow" gefüllt ist, eine Rolle aus dem Regal (Bild: dpa)

Das Ende der unendlichen Geschichte - Und wenn sie nicht gestorben sind... (1/4)

Der Film erzählt über die Lebensläufe von fünf Golzowern, die alle der Generation 50plus angehören. Es werden die politisch engagierten Ilona und Winfried vorgestellt, sowie Jürgen, Petra und Christian, zu denen die Filmemacher eine Zeit lang den Kontakt verloren hatten.

Eine der Porträtierten, Gudrun (links), arbeitet als Köchin im Golzower Kulturhaus im Jahr 1975; Quelle: rbb/PROGRESS Film-Verleih/Winfried Junge
rbb/PROGRESS Film-Verleih/Winfried Junge

Das Ende der unendlichen Geschichte - Und wenn sie nicht gestorben sind… (3/4)

Dieser Film aus der ältesten und umfassendsten Langzeitdokumentation der Filmgeschichte erzählt von Elke, Karin und Gudrun sowie Gudruns Vater Arthur Klitzke, dem weithin bekannten Golzower LPG-Vorsitzenden. Es gibt auch eine Wiederbegegnung mit der Klassenlehrerin Marlies Teike.