Dieter mit seinen Arbeitskollegen (Quelle: Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Ein Mensch wie Dieter - Golzower Lebenswege")
Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Ein Mensch wie Dieter - Golzower Lebenswege"
Bild: Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Ein Mensch wie Dieter - Golzower Lebenswege"

Retrospektive - Ein Mensch wie Dieter - Golzower Lebenswege

Dieter war einer von 18 Schülerinnen und Schülern, geboren in der DDR, eingeschult im Sommer 1961 – wenige Tage nach dem Bau der Mauer. In der längsten Langzeitbeobachtung der Filmgeschichte wird auch sein Lebensweg begleitet.

"Ein Mensch wie Dieter" ist der sechzehnte Film der "Golzow Chronik", die 1961 mit einer Einschulung begann ("Wenn ich erst zur Schule geh"). Seit dieser Zeit haben die Filmemacher Barbara und Winfried Junge den Lebensweg einer Golzower Schulklasse begleitet. Dieter Finger war der Älteste von ihnen. Ein hellwacher Junge, in dessen Gesicht sich ganze Welten spiegelten, weshalb er bald zu den Lieblingen des Filmteams zählte. Er erlernte den Beruf des Zimmermanns, heiratete, wurde Vater dreier Kinder und erhielt in der DDR die Chance als Auslandskader zu arbeiten.

Die Kamera durfte ihm zwar nicht auf seine Baustelle in Frankfurt am Main folgen, aber nach Libyen in Nordafrika. In der Mitte seines Lebens sieht sich Dieter zunehmend von Arbeitslosigkeit bedroht. Zu erleben ist unter anderem, wie er und seine Frau sich als Unternehmer versuchen, wie die Familie ein Haus baute, dabei immer ein Bein in der Schuldenfalle.

"Die Kinder von Golzow” ist die älteste - vielfach preisgekrönte - Langzeitdokumentation der Filmgeschichte. Anlässlich des 85. Geburtstags des Filmemachers Winfried Junge am 19.07.2020 zeigt der rbb an 10 Abenden 10 Filme der Reihe. Seit 1985 steht sie im Guinness-Buch der Rekorde. Aus der Chronik über den Alltag in der DDR wurde unversehens eine Dokumentation über die Schwierigkeiten des Vereinigungsprozesses. "Nichts Sensationelles ist in diesen Jahren mit den Kindern aus dem kleinen Ex-DDR-Dorf Golzow passiert. Und doch ist das Gesamtwerk eine Sensation", urteilte die Süddeutsche Zeitung.

Film von Barbara und Winfried Junge

Golzow-Retro - Die Filme im Überblick

Drehbuch: Die Zeiten-Abschlussfeier der 10. Klasse, 1971; Quelle: rbb/PROGRESS Film-Verleih/Reiner Podzuweit
rbb/PROGRESS Film-Verleih/Reiner Podzuweit

Drei Jahrzehnte mit den Kindern von Golzow und der DEFA - Drehbuch: Die Zeiten

"Die Kinder von Golzow" ist die Geschichte von 18 Schülerinnen und Schülern, geboren in der DDR, eingeschult im Sommer 1961, wenige Tage nach dem Bau der Mauer. Eine Langzeitbeobachtung, die ihre Helden fast 50 Jahre dokumentarisch begleitete. Der rbb zeigt die Retrospektive "Die Kinder von Golzow" in den kommenden zehn Wochen: zehn Filme der Reihe, die nach der Wiedervereinigung entstanden.

Willy als kleiner Junge in der Schule (Quelle: Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Die Geschichte vom Onkel Willy aus Golzow")
Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Die Geschichte vom Onkel Willy aus Golzow"

Retrospektive - Die Geschichte vom Onkel Willy aus Golzow

Willy war einer von 18 Schülerinnen und Schülern, geboren in der DDR, eingeschult im Sommer 1961 - wenige Tage nach dem Bau der Mauer. Die Filmemacher begleiteten auch Willy durch die Jahrzehnte und zeigten wie aus dem kleinen Willy "Onkel Willy" wurde.

Elke, als Schulkind; Quelle: rbb/PROGRESS Film-Verleih/Winfried Junge
rbb/PROGRESS Film-Verleih/Winfried Junge

Retrospektive - Was geht euch mein Leben an? Elke - Kind von Golzow

Die älteste und umfassendste Langzeitdokumentation der Filmgeschichte erzählt diesmal von Elke - von der Buddelkiste bis zum 41. Geburtstag der gelernten Bauzeichnerin, Mutter zweier Kinder, geschieden, die heute mit einem Geschäftsmann aus Frankfurt am Main in der Nähe von Frankfurt (Oder) lebt.

Marieluise als kleines Mädchen (Quelle: Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Da habt ihr mein Leben. Marieluise - Kind von Golzow")
Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Da habt ihr mein Leben. Marieluise - Kind von Golzow"

Retrospektive - Da habt ihr mein Leben. Marieluise - Kind von Golzow

Marieluise, die 1961 in Golzow eingeschult wurde, erlernte den Beruf der Chemielaborantin, heiratete einen Offizier der Nationalen Volksarmee, bekam zwei Töchter - und ging nach der Wende mit ihrem Mann nach Köln.

Die junge Brigitte in der Schule (Quelle: Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Brigitte und Marcel - Golzower Lebenswege")
Filmstill aus dem Film von Barbara und Winfried Junge: "Brigitte und Marcel - Golzower Lebenswege"

Retrospektive - Brigitte und Marcel - Golzower Lebenswege

Im Mittelpunkt steht diesmal das zutiefst berührende Leben von Brigitte und ihrem Sohn Marcel. Brigitte wurde als erste in ihrer Klasse Mutter und starb als erste. Ihr Sohn Marcel war damals erst zwölf Jahre alt.

Der Filmemacher Winfried Junge nimmt in einem Archiv in Berlin, das mit Filmmaterial seines Langzeit-Projektes "Kinder von Golzow" gefüllt ist, eine Rolle aus dem Regal (Bild: dpa)

Das Ende der unendlichen Geschichte - Und wenn sie nicht gestorben sind... (1/4)

Der Film erzählt über die Lebensläufe von fünf Golzowern, die alle der Generation 50plus angehören. Es werden die politisch engagierten Ilona und Winfried vorgestellt, sowie Jürgen, Petra und Christian, zu denen die Filmemacher eine Zeit lang den Kontakt verloren hatten.

Eine der Porträtierten, Gudrun (links), arbeitet als Köchin im Golzower Kulturhaus im Jahr 1975; Quelle: rbb/PROGRESS Film-Verleih/Winfried Junge
rbb/PROGRESS Film-Verleih/Winfried Junge

Das Ende der unendlichen Geschichte - Und wenn sie nicht gestorben sind… (3/4)

Dieser Film aus der ältesten und umfassendsten Langzeitdokumentation der Filmgeschichte erzählt von Elke, Karin und Gudrun sowie Gudruns Vater Arthur Klitzke, dem weithin bekannten Golzower LPG-Vorsitzenden. Es gibt auch eine Wiederbegegnung mit der Klassenlehrerin Marlies Teike.