Vertragsarbeiter aus Mosambik © rbb/DRA
Vertragsarbeiter aus Mosambik | Bild: rbb Presse & Information

- Honeckers Gastarbeiter

Auch in der DDR gab es Gastarbeiter. Aus den Bruderländern kamen etwa 150.000 ausländische Arbeiter in die DDR. Sie reisten im Namen der oft proklamierten Solidarität, sie waren in den Wohngebieten und Betrieben der DDR bald nicht mehr wegzudenken, und doch blieben sie für die meisten "fremde Freunde".

Vietnamesischer Vertragsarbeiter in der DDR © rbb/DRA,
Vertragsarbeiter aus Vietnam

Tabuthema "Gastarbeiter"

Die "Gastarbeiter" waren über all die Jahre ein Tabuthema in der DDR. In der Zeit des Umbruchs waren ihre Dienste nicht mehr gefragt. Die ostdeutschen Kollegen empfanden sie nun als lästige Konkurrenten. Man schickte viele von ihnen nach Hause. Oder sie gingen freiwillig auch wegen der zunehmenden rassistischen Gewalt in der einst "solidarischen DDR". Die rassistischen Exzesse vor Ausländerwohnheimen in Hoyerswerda und Rostock Lichtenhagen waren der traurige Höhepunkt dieser Entwicklung.

In Maputo demonstrieren die Madgermanes: Ehemalige Vertragsarbeiter der DDR, die sich um ihr Geld betrogen fühlen © rbb/Armadafilm
In Maputo demonstrieren die Madgermanes: Ehemalige Vertragsarbeiter, die sich um ihr Geld betrogen fühlen.

Wie die "Gastarbeiter" in der DDR gelebt haben

Die Regeln ihres Aufenthaltes waren in staatlichen Verträgen genau aufgelistet, deshalb hießen sie offiziell "Vertragsarbeiter". Kontakte mit Einheimischen wurden durch die Verträge erschwert, außerhalb offizieller Veranstaltungen waren sie nicht erwünscht. Die DDR-Bürger informierte man kaum.

Sie wurden überrascht, wenn plötzlich Hunderte Vietnamesen in der Kaufhalle auftauchten und das manchmal ohnehin schwierige Einkaufen zur Tortur wurde. Gerüchte machten die Runde. Bis heute glauben manche, dass die "Gastarbeiter" mit Westgeld bezahlt wurden. Mangelnde Informationen und der ungeübte Umgang mit Andersartigen führten immer wieder zu rassistischen Ressentiments, mal hinter vorgehaltener Hand, mal offen ausgelebt.

Die meisten waren aus Mosambique oder Vietnam

Die beiden größten Gruppen - die Mosambikaner und Vietnamesen - werden ihre Zeit in der DDR dennoch mehrheitlich als einen persönlichen Gewinn betrachten. Oft kamen sie aus armen Verhältnissen, die DDR war ihr erster Kontakt mit Europa. Sie verdienten richtiges Geld und konnten ihre Familien in der Ferne unterstützen. Mai Phuong Kollath berichtet vom Schicksal der Vietnamesinnen in der DDR. Sie arbeitete in der Großküche des Rostocker Hafens. Heute berät sie ihre Landsleute, aber auch deutsche Unternehmer, die in Vietnam Geschäfte machen wollen.

Vertragsarbeiter in der DDR © rbb/Armadafilm
Vertragsarbeiter zeigt stolz sein in der DDR erworbenes Zeugnis über seine berufliche Qualifikation

Jose Alfredo Cossa hatte sich mit seinen mosambikanischen Freunden schon Schlachten mit ostdeutschen Skinheads geliefert. Aber er fürchtet sich vor den Ostdeutschen nicht. In seinem sächsischen Dorf war Cossa beliebt, er spielte in der örtlichen Fußballmannschaft. Zu seiner Verabschiedung kamen Hunderte auf den Sportplatz.

Film von Lutz Rentner und Tom Franke

Erstsendung: 16.11.15/ARD 1.

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