Wie die DDR ihre Bürger wegsperren wollte - Honeckers unheimlicher Plan

Es ist ein perfider Plan für den "Tag X": Mit einem speziellen Codewort an alle 211 MfS-Kreisdienststellen wird eine ungeheurere Maschinerie in Gang gesetzt. DDR weit werden innerhalb von 24 Stunden über 2.900 Personen festgenommen und über 10.000 in vorbereitete Isolierungslager verschleppt.

Weitere 72.000 Bürger werden verstärkt überwacht. So sieht es die streng geheime "Direktive 1/67" vor, die im Auftrag der DDR‑Regierung 1967 initiiert und bis November 1989 perfektioniert und ständig aktualisiert wird.

Ziel der Direktive ist es, einen Volksaufstand wie am 17. Juni 1953 schon im Keim zu ersticken. Der Plan soll deshalb im Falle von inneren Krisen in der DDR‑Gesellschaft potenzielle Gegner des Staates sofort durch Verhaftung und Isolierung zum Schweigen bringen. Dafür erfasst die Staatssicherheit mehr als 86.000 DDR‑Bürger im so genannten "Vorbeugekomplex". Dort sammelt das MfS alle jene, die es als gefährlich betrachtet: Friedens‑ und Umweltaktivisten, Oppositionelle aus Kirchenkreisen, Künstler, Andersdenkende, Ausreiseantragsteller.

Aber dabei belässt es die Stasi nicht. Sie plant mit deutscher Gründlichkeit die Festnahmen und die  Bereitstellung von Isolierungslagern für über 10.000 Menschen samt Bewachung und Versorgung. Es ist eine logistische Meisterleistung. Dass dieses Vorgehen gegen die Gesetze der DDR, gegen Menschenrechte und gegen die von der DDR unterschriebene Schlussakte von Helsinki verstößt, stört in der SED‑ und MfS‑Führung niemand.

Anhand von aufgefundenen Stasi‑Dokumenten sowie von Zeitzeugenberichten rekonstruiert der Film dieses gewaltige Planspiel von unfassbarem Ausmaß und erschreckender Präzision. Und er geht der entscheidenden Frage nach, warum dieser Plan in den heißen Tagen des Wendeherbstes 1989 nicht zur Anwendung kommt.

Film von Katharina und Konrad Herrmann

Erstausstrahlung rbb/ARD 1.10.18

Schwenken des Weihrauchkessels beim Pilgergottesdienst in der Kathedrale von Santiago de Compostela, Höhepunkt der Pilgerreise. © rbb/SWR
rbb/SWR

Mit dem Wohnmobil auf dem Jakobsweg - Die Bleifuß-Pilger

Ute und Michael Tamm leben als gebürtige Schwaben im Hohen Norden bei Flensburg - doch einmal im Jahr zieht es die beiden Ruheständler mit dem Wohnmobil in den Süden. Diesmal auf die Route der Jakobspilger bis Santiago de Compostela. Keine schweißtreibende Pilgertour - sondern in einer Gruppe mit anderen Wohnmobil- und Wohnwagenfans.

Ostfrauen - Birgit Spiegelberg; Quelle: rbb/Hoferichter&Jacobs
rbb/Hoferichter&Jacobs

Alles Frauen, oder was? - Ostfrauen - weg vom Herd (3/3)

Einblicke in das Arbeitsleben ostdeutscher Frauen. In Spitzenzeiten verdienten mehr als 90 Prozent von ihnen ihr eigenes Geld. Das war einmalig in der Welt. Und in der DDR-Verfassung stand festgeschrieben: "Mann und Frau sind gleichberechtigt."

Ostfrauen - Maria Groß; Quelle: rbb/Hoferichter&Jacobs
rbb/Hoferichter&Jacobs

Alles Frauen, oder was? - Ostfrauen - Wege zur Macht (2/3)

Unterschiede im Rollenbild und im Rollenverhalten zwischen Ost- und Westfrauen sind bis heute zu spüren. Wenn Frauen so unterschiedlich sozialisiert sind, so unterschiedliche Prägungen in ihren Biografien haben - wie wirkt sich das aus auf den Wegen zur Macht?

Ostfrauen - Regine Sylveste; Quelle: rbb/Hoferichter&Jacobs
rbb/Hoferichter&Jacobs

Alles Frauen, oder was? - Ostfrauen - Wege zum Glück (1/3)

Sie machen Karriere, nicht nur in der Politik, sie meistern Beruf und Familie, weil sie es nicht anders kennen, sie pfeifen auf Emanzipation, weil sie schon emanzipiert sind. Ostfrauen - eine Spurensuche zwischen Legende und Wirklichkeit.