Michael Succow in Roland Blums Film "Mitgift" (Bild: www.filmkinotext.de)

- MitGift - Von schmutzigen Flüssen und blühenden Landschaften

Der Film von Roland Blum erzählt die Erfolgsgeschichte des Wandels in Ostdeutschland, begleitet Menschen im Auf und Ab der Veränderungen bis in die Gegenwart.

Frauenkirche 2013 Kameramann Wolfgand Lindig und Assistent Vincent Muhsik. © rbb/SWR/Roland Blum
Frauenkirche 2013 Kameramann Wolfgand Lindig und Assistent Vincent Muhsik. © rbb/SWR/Roland Blum

Der Kameramann und Regisseur Roland Blum drehte 1990 ein halbes Jahr lang den Zustand der DDR in den Monaten nach dem Mauerfall, in den letzten Monaten vor der Wiedervereinigung. Der Blick auf sein Material, 25 Jahre später, wird den Zuschauer in Ost und West erschüttern. Er hat damals genau hingesehen und genau zugehört, wenn es um das Elementare ging: den Lebensraum, die Landschaft, die Umwelt.

Die Chemie AG Bitterfeld war einer der weltweit größten Chlorhersteller. © rbb/SWR/Roland Blum
Die Chemie AG Bitterfeld war einer der weltweit größten Chlorhersteller. © rbb/SWR/Roland Blum

An einer Vielzahl von Orten ist er konfrontiert mit der verantwortungslosen Zerstörung ganzer Landstriche. In seinen Bildern und Begegnungen ist auf bisher kaum gesehene Weise festgehalten, wie abgewirtschaftet die DDR Industrie wirklich war, wie rücksichtslos auf Kosten der Natur und der Gesundheit der Menschen gewirtschaftet wurde. Aber der Film bleibt dabei nicht stehen. Noch in den vergifteten Regionen traf Blum damals auf Menschen, die sich schon vor dem Fall der Mauer für ihre Umwelt einsetzten. Nicht nur die belastete Umwelt, sondern positiv gesehen auch das Engagement der Menschen ist Teil der Mitgift für das vereinte Deutschland.

Leipzig, Ludwigstrasße 2013 © rbb/SWR/Roland Blum
Leipzig, Ludwigstraße 2013

Der Film zeigt, wie sehr auch die Sorge um die Umwelt und die eigene Gesundheit den Boden dafür bereitet hat, dass Unmut und Unzufriedenheit der Menschen in der DDR in konkrete Aktionen und schließlich in die friedliche Revolution mündeten. Überdüngung, tote Wälder, vergiftetes Wasser in Seen, tropfende Säure aus kaputten Rohren in Fertigungshallen. Wie schnell solche Bilder in Vergessenheit geraten, daran erinnert das außergewöhnlich intensive Material; gleichzeitig verfolgt der Regisseur das Schicksal jener Menschen, denen er 1990 bei seinen Streifzügen durch den Osten begegnete, bis heute. Veränderung ist möglich!

Dokumentarfilm von Roland Blum

(Erstsendung: 01.10.14/SWR)