ARCHIV - 06.02.1919, Thüringen, Weimar: Am 6. Februar 1919 tritt die Verfassungsgebende Deutsche Nationalversammlung in Weimar erstmalig zusammen (Bild: dpa)
dpa
Bild: dpa

100 Jahre Weimarer Nationalversammlung - Musste Weimar scheitern?

"Weimar" war die erste Demokratie auf deutschem Boden. Es war ein Neubeginn voller Emotion und Hoffnung - in schwerer Zeit. Oft wird Weimar vom Ende her betrachtet, von seinem Untergang im Nationalsozialismus. Dabei war es ein großer Aufbruch. Die Deutschen wagten Demokratie. Eine Doku als lebhafte Diskussion über Weimar. Ein Film, der auch fragt: Was kann uns Weimar heute lehren?

Musste Weimar scheitern? Kriegerdenkmal in Fürstenberg, Foto: rbb/Schmidt & Paetzel
Bild: rbb/Schmidt & Paetzel

Vor 100 Jahren, am 6. Februar 1919, trat in Weimar die deutsche Nationalversammlung zusammen. Sie gab dem Deutschen Reich eine moderne demokratische Verfassung. 14 Jahre später kam Hitler an die Macht - die Weimarer Republik war gescheitert. Musste es so kommen, war Hitler unvermeidlich?

Es gibt gängige Erklärungen: die Verfassung war mangelhaft, die Belastung durch den Versailler Vertrag zu groß. Auch die Hyperinflation und die Weltwirtschaftskrise werden oft als Gründe genannt. Im Kern jedoch, heißt es, seien die Deutschen nicht reif gewesen für eine Demokratie. Weimar war ein unerhörter Neuanfang, ein Aufbruch, wurde aber immer vom Ende, vom Scheitern her beurteilt.

Der Film ist ein emotionales Plädoyer. Er sucht die Auseinandersetzung und verfolgt dabei das Ziel, jene staatsbürgerlichen Werte, von denen heute oft die Rede ist, greifbar und in ihrem historischen Entstehen verstehbar zu machen.

Neue Forschungsergebnisse führen jetzt, nach 100 Jahren, zu einer Neubewertung der Weimarer Epoche.

Im Film begründen der ehemalige Verfassungsrichter Udo di Fabio und die Historiker Gerd Krumeich und Wolfram Pyta sowie der Literaturwissenschaftler Helmuth Kiesel ihre neuen Erkenntnisse. Neben der wiederkehrenden wirtschaftlichen Not stand eine ungeheure Gewaltbereitschaft in der politischen Auseinandersetzung, ein verbreitetes Gefühl der Schmach und Demütigung und die - zehn Jahre nach der Niederlage aufbrechende - Verarbeitung des Kriegstraumas.

Wir leben heute nicht in "Weimarer Verhältnissen". Aber der Film von Grimme-Preisträger Andreas Christoph Schmidt zeigt: Nachdenken über Weimar ist immer Nachdenken über die Demokratie. Und das ist heute dringend notwendig.

Film von Andreas Christoph Schmidt
Erstausstrahlung 04.02.19/ARD

Schätzen, bieten, bangen: Kunsthistorikerin und Auktionatorin Dalia Meenen, Foto: rbb/Vincent-TV
rbb/Vincent-TV

Hinter den Kulissen eines Berliner Auktionshauses - Schätzen, bieten, bangen (2/4)

Original oder Kopie? Rarität oder Massenware? Auch solche Fragen müssen die Auktionatoren Robert Ernst und Dalila Meenen beantworten, bevor sie ein Objekt in die Versteigerung nehmen. Manche Kunden müssen sie enttäuschen, andere können sich auf eine spannende Auktion freuen.

Schätzen, bieten, bangen: Gerhard Hofmann und Dalia Meenen, Foto: rbb/Vincent-TV
rbb/Vincent-TV

Hinter den Kulissen eines Berliner Auktionshauses - Schätzen, bieten, bangen (3/4)

Die rbb-Dokuserie begleitet Auktionatoren auf der Suche nach verborgenen Schätzen in Berliner und Brandenburger Wohnungen. Auf der Versteigerung werden Träume wahr, aber auch manche Erwartungen enttäuscht. Vier Mal im Jahr kommen in dem Berliner Auktionshaus jeweils über 5000 Posten unter den Hammer.

Auslandskader - Botschafter des Sozialismus: Klaus-Dieter Michel, Foto: rbb/Wolfgang Gaube/solo:film
rbb Presse & Information

Auslandskader - Botschafter des Sozialismus

Nur Auserwählte durften aus der DDR in exotische Länder reisen - die Auslandskader. Hand in Hand mit den vom "kolonialen Joch befreiten" Brüdern und Schwestern sollten sie die Welt besser und menschlicher - und natürlich ein bisschen sozialistischer - machen.