Ostfrauen - Maria Groß; Quelle: privat
privat
Maria Groß | Bild: privat

Alles Frauen, oder was? - Ostfrauen - Wege zur Macht

Unterschiede im Rollenbild und im Rollenverhalten zwischen Ost- und Westfrauen sind bis heute zu spüren. Wenn Frauen so unterschiedlich sozialisiert sind, so unterschiedliche Prägungen in ihren Biografien haben - wie wirkt sich das aus auf den Wegen zur Macht?

Am Abend der jüngsten Bundestagswahl wurde das Phänomen öffentlich: Neben Bundeskanzlerin Merkel sitzen Katja Kipping von der Linkspartei und Katrin Göring-Eckardt von den Grünen in der sogenannten "Elefantenrunde". Auf den anderen Sendern ein ähnliches Bild: Manuela Schwesig, Sahra Wagenknecht, Frauke Petry kommentieren die Wahlergebnisse. Alle diese Frauen haben ostdeutsche Biografien.

Wo wäre die Frauen- und Familienpolitik heute ohne die Wiedervereinigung?

Was bei der Deutschen Einheit und in den Jahren danach eher als Kuriosität betrachtet oder einfach abgetan wurde, wird hier offensichtlich: Es gibt wenig, wo Ost und West sich so stark im Alltag unterscheiden wie bei der gesellschaftlichen Rolle und dem Selbstverständnis der Frauen. Wenn Frauen so unterschiedlich sozialisiert sind, so unterschiedliche Prägungen in ihren Biografien haben - wie wirkt sich das aus auf den Wegen zur Macht?

Was passiert wenn sie dann Meinungsträgerinnen sind, bedeutsame Vorbilder, Gesetze erlassen, Unternehmen führen - ja, sogar ein ganzes Land regieren? Und wo wäre die Frauen- und Familienpolitik in Deutschland heute, hätte die alte Bundesrepublik mit der Wiedervereinigung nicht auch Millionen Ostfrauen mit ihrem ganz eigenen Selbstverständnis dazubekommen.

Der stille Siegeszug der Ostfrauen in den deutschen Eliten

Gunda Röstel gehörte 1989 in Sachsen zu den Mitbegründern des Neuen Forums. Sie blieb auch nach der Wende politisch aktiv, mischte bei den Grünen in der Bundespolitik mit. Heute versucht sie als Managerin ihre Erfahrungen als Ostdeutsche einzubringen.

Anke Domscheidt-Berg, Publizistin, Netzaktivistin und Bundestagsabgeordnete engagiert sich u.a. für Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit. Jana Schimke ist CDU-Politikerin aus Cottbus und seit 2013 im Bundestag. 2017 wurde sie zur "erotischsten Politikerin Deutschlands" gewählt, was sie mit Humor zur Kenntnis nahm.

Bemerkenswert ist der stille Siegeszug der Frauen in den deutschen Eliten vor allem, weil hier nicht etwa eine Tradition fortgeschrieben wird, sondern etwas neu entsteht. Obwohl Frauen in der DDR in Männerberufen arbeiteten, Klempnerin oder Traktoristin waren, schafften es nur wenige in Leitungspositionen in Politik und Wirtschaft.

In der DDR gab es in den vierzig Jahren nur zwei Ministerinnen, Hilde Benjamin und Margot Honecker. Das ist heute anders und es sind Frauen aus dem Osten, die in der Politik weit oben mitspielen: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Katja Kipping von den Linken, Katrin Göring-Eckardt von den Grünen, die Sozialdemokratin Manuela Schwesig, die linke Sahra Wagenknecht und auch Frauke Petry, ehemals Chefin der AfD, gehören zu den prominenten Vorzeigefrauen deutscher Bundespolitik.

Film von Lutz Pehnert und Antje Schneider

Erstausstrahlung am 08.03.2019/rbb/MDR

Ostfrauen - Weitere Folgen

Solveig Leo © rbb/MDR/Hoferichter&Jacobs
rbb/MDR/Hoferichter&Jacobs

Alles Frauen, oder was? - Ostfrauen - Wege zum Glück

Sie machen Karriere, nicht nur in der Politik, sie meistern Beruf und Familie, weil sie es nicht anders kennen, sie pfeifen auf Emanzipation, weil sie schon emanzipiert sind. Ostfrauen - eine Spurensuche zwischen Legende und Wirklichkeit.

Ostfrauen - Katrin Budde; Quelle: rbb/Hoferichter&Jacobs
rbb/Hoferichter&Jacobs

Alles Frauen, oder was? - Ostfrauen - weg vom Herd

Einblicke in das Arbeitsleben ostdeutscher Frauen. In Spitzenzeiten verdienten mehr als 90 Prozent von ihnen ihr eigenes Geld. Das war einmalig in der Welt. Und in der DDR-Verfassung stand festgeschrieben: "Mann und Frau sind gleichberechtigt."