"Rollbrettfahrer" in der DDR der 80er Jahre. © rbb/Wildfremd Production
Bild: rbb Presse & Information

DDR-Skater Doku - This ain’t California

Ein Film über ein Lebensgefühl. Es ist die Geschichte einer Freundschaft, die sich verliert, als die Freiheit beginnt. Die modern erzählte Collage der Erinnerungen ist ein teils dokumentarischer, teils fiktionaler Trip durch die verrückte Welt der "Rollbrettfahrer" in der DDR der 80er Jahre.

"Rollbrettfahrer" in der DDR der 80er Jahre. © rbb/Wildfremd Production
"Rollbrettfahrer" in der DDR der 80er Jahre.

East german way of life

Allein die Tatsache, dass sich dieser kalifornische Spaß auch im Schatten der "Mauer" finden ließ, ist bereits Sensation genug. Regisseur Marten Persiel schafft es, eine Subkultur der DDR zu zeigen, über die es noch nie einen Film gegeben hat. Zusammen mit den Produzenten Ronald Vietz und Michael Schöbel von "Wildfremd Production", ist es dem Regisseur gelungen, den "east german way of life" der damals jungen und wilden Skater in Szene zu setzen.

"Rollbrettfahrer" in der DDR der 80er Jahre. © rbb/Wildfremd Production

Erzählt wird von wilden Partys, von der ersten Liebe, den Freunden, die sich nach der Wende aus den Augen verloren haben und vom Zusammentreffen der west und ostdeutschen Skater. Im Mittelpunkt stehen "Nico", "Dirk" und "Dennis", drei collagierte und zum Teil fiktiv aufgeladene Filmfiguren, die zu einem kraftvollen Soundtrack mit Klängen u.a. von Anne Clark, Alphaville, Die Ärzte oder Feeling B. über den Alexanderplatz rattern: Hotpants, Sex und Musik – versus staatlich verordnete Spartakiaden und Meisterschaften. Der Film erzählt von einer bisher unbekannten Jugendbewegung, die beweist: Die DDR Gesellschaft war auch bunt.

"Rollbrettfahrer" in der DDR der 80er Jahre. © rbb/Wildfremd Production
"Rollbrettfahrer" in der DDR der 80er Jahre.

"Rollbrettfahrer"-Szene

Dank Super8‑Aufnahmen, Originalausschnitten aus Filmmaterial über die "Rollbrettfahrer"‑Szene im Osten, Fotos, gespickt mit modernen Animationen und vielen nachgestellten Szenen entsteht das Kaleidoskop einer Jugendkultur, die lange vor dem Mauerfall alle Grenzen zu sprengen verstand. Regisseur Marten Persiel zeigt das Leben in der DDR, wie es noch nie zu sehen war. Es ist ein Film entstanden, der vom Osten in die Welt schaut, bis ins Jahr 2011, ‑ immer mit dem Fokus auf ein Thema: Freundschaft.

"Rollbrettfahrer" in der DDR der 80er Jahre. © rbb/Wildfremd Production

Der Festivalgeheimtipp der 62. Berlinale 2012 feierte seine Weltpremiere in der Reihe Perspektive deutsches Kino und wurde mit dem Preis "Dialogue en Perspektive" ausgezeichnet. Auf einer Festivaltour war er Publikumsliebling; in Atlanta und Palm Beach gewann er den Spezialpreis der Jury für die beste Regie und gewann beim Independent Filmfest in Cannes den Dok Film Award. Die nächsten Stationen waren u.a. Melbourne, San Francisco, New York, London, Vancouver und Neuseeland. Der Film schaffte es auch auf die Shortlist für den deutschen Beitrag zum Auslands Oscar.

Film von Marten Persiel

THIS AIN’T CALIFORNIA ist eine Produktion der Wildfremd Production GmbH in Coproduktion mit rbb/ARTE, Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) und Mitteldeutscher Rundfunk (mdr). Gefördert durch Medienboard Berlin Brandenburg (MBB) und DFFF–Deutscher Filmförderfonds.

(Erstsendung: 25.09.13/ARTE)