Mauer mit Spruch "Merry Christmas" (Bild: rbb)
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Mauer mit Spruch "Merry Christmas" | Bild: rbb

- Unsere Momente: Weihnachten 89

Weihnachten 89  - was für eine Bescherung! Die Mauer ist gefallen und das Fest der Feste wird zu einem Fest der Freiheit. Familien kommen wieder zusammen, die viele Jahre nicht miteinander feierten. Exotische Speisen stehen auf dem Tisch. Frohe Botschaft: Dieses Weihnachten ist ein Fest des Neubeginns, eine echte Zeit der Besinnung.

Menschen und Weihnachtsbaum an der Glienicker Brücke (Bild: rbb)
Menschen und Weihnachtsbaum an der Glienicker Brücke

Die Wochen nach dem 9. November 1989 vergehen wie im Rausch. Eine Welt im Umbruch, eine neue Welt. Die Frage, wie es mit beiden deutschen Staaten weitergehen soll, ist völlig offen. Und so bekommt die Weihnachtsbotschaft eine neue Bedeutung – auch weil klar ist, dass radikale Veränderungen anstehen, dass was Neues kommt: Eine echte Adventszeit, eine Zeit der Besinnung.

Mit dem Hämmern der Mauerspechte beginnen in den Adventswochen die Diskussionen und Spekulationen darüber, wann endlich das Brandenburger Tor wieder geöffnet wird. Bis zum 19. Dezember wird zwischen DDR-Führung und der Bundesregierung gerungen. Dann endlich verständigen sich Ministerpräsident Hans Modrow und Bundeskanzler Helmut Kohl darauf, am 22. Dezember gemeinsam durch das Tor zu schreiten - als Symbol für Freiheit und Einheit.

Am 22. Dezember 1989 wird das Brandenburger Tor für Fußgänger wiedereröffnet (Quelle: rbb)

Die Berliner strömen zu Tausenden durch das Tor, das 28 Jahre lang für sie verschlossen war. Am Heiligen Abend gibt es dann auch noch ein richtiges Weihnachtsgeschenk: den visafreien Verkehr für Bundesbürger und West-Berliner in die DDR und nach Ost-Berlin. Die Kunstlehrerin Mareili von Lampe aus West-Berlin erinnert sich an ein Gefühl von Frieden auf Erden, dass durch die vielen Besucher aus aller Welt noch gestärkt wurde. Matthias Platzeck, der in der kirchlichen Umweltbewegung aktiv ist, erzählt von einem Weihnachten, wie nie zuvor – bewegend und familiär.

Ein ganz anderes Weihnachten mit Angst vor dem, was kommt, erlebt der sowjetische Soldat Sergej Beschenjob in der Kaserne der Sowjet-Armee in Berlin-Karlshorst. Von ersten Essenseinkäufen zum Fest in West-Berlin berichtet die Schülerin Dominique Lacasa - Morcheln, Bambusspitzen und Scampis sind bis dahin noch unbekanntes Terrain auf ihrem Teller gewesen.

Weihnachten am Tisch (Quelle: rbb)

"Unsere Momente" erzählt von Augenblicken für die Ewigkeit: Von Tagen, die sich in unser Gedächtnis eingebrannt haben, Ereignissen, die zu Geschichte wurden und uns bis heute prägen. Die Reihe „Unsere Momente“ holt das Gestern ins Heute. Mit Witz und Wehmut, emotional und mitreißend. Berlin und Brandenburg erzählt sich seine Geschichte. Erinnern heißt Erleben!

Film von Dora Heinze

Erstausstrahlung: 21.12.2019/rbb

Folgen der Reihe "Unsere Momente"

Einführung der D-Mark in Ostdeutschland, nach der Wende, am 01.07.1990, Bild: imago images / Jochen Tack
imago images / Jochen Tack

Unsere Momente: Die Nacht, als die D-Mark kam

Genau 30 Jahre ist her - das Ende der DDR-Mark, das Westgeld kommt in den Osten. Die Nacht auf den 1. Juli 1990 ist ein Strudel der Emotionen – zwischen Jubel und Wehmut, Sehnsucht und Angst. Tausende stehen am Alexanderplatz Schlange und warten auf die ersehnte neue Währung. Ein Traum wird wahr – gleichzeitig ist es ein Abschied.

Raverinnen feiern ausgelassen vor der Siegessäule auf der Loveparade 1999 in Berlin (imago images / Müller-Stauffenberg)
imago images / Müller-Stauffenberg

Vor TV-Ausstrahlung schon online abrufbar! - Loveparade - Als die Liebe tanzen lernte

Die Loveparade hat eine ganze Generation geprägt. Die Bilder gingen um die Welt. 1999 tanzten anderthalb Millionen Menschen auf der Straße des 17. Juni – die größte Party aller Zeiten. So etwas ging nur in Berlin, der Stadt der Freiheit und Freiräume. Der Film erzählt die Geschichte des Berliner "Techno-Woodstocks".