Flugsteiggebäude von Berlin Tempelhof mit einer alten Douglas Skymaster.
Flugsteiggebäude von Berlin Tempelhof mit einer alten Douglas Skymaster. (Quelle: imago images/Martin Bäuml Fotodesign) | Bild: imago images/Martin Bäuml Fotodesign

- Wir fliegen auf Berlin - Tempelhof

Was sich andere europäische Metropolen wünschen, das gibt es in Berlin: einen Flughafen mitten in der Stadt. Der Zentralflughafen Tempelhof ist nicht nur ein Ort, an dem man ankommt und abfliegt, seine bewegte Geschichte hat ihn zu einem Mythos werden lassen.

Seine Architektur und die "Rosinenbomber" der Amerikaner haben ihn berühmt gemacht. Und viele Berliner lieben ihn bis heute. Im Oktober wird der älteste deutsche Verkehrsflughafen 85 Jahre - doch seine Tage sind gezählt, denn schon wenige Wochen später wird hier das Fliegen eingestellt. Am 8. Oktober 1923 wurde der Zentralflughafen Tempelhof in Betrieb genommen. Zwischen 1936 und 1939 entstand der damals größte Flughafenkomplex der Welt.

Während der Berlin-Blockade diente Tempelhof den Westalliierten zur Versorgung der Stadt: Der Flughafen wurde zu einem Symbol der Freiheit. 1975 wurde der zivile Flugverkehr schließlich nach Tegel verlegt. Seit der Wiedervereinigung starteten und landeten hier wieder Zivilflugzeuge. Mit dem Ausbau des Flughafens Schönefeld zum "Airport Berlin Brandenburg International" wurde das Ende Tempelhofs beschlossen.

Damit begann ein jahrelanger Streit um die Zukunft des Flughafens. Die Befürworter des Flughafens organisierten schließlich den ersten Volksentscheid in der Geschichte Berlins. Aber am 27. April 2008 scheiterte der Volksentscheid an 80.000 fehlenden Ja-Stimmen. Das Schicksal des traditionsreichen Flughafens ist besiegelt - am 31. Oktober 2008 soll der Flugbetrieb eingestellt werden.

Die Dokumentation von Wilma Pradetto erzählt die Geschichte des Flughafens Tempelhof und zeigt, dass er bis heute seine Anziehungskraft behalten hat.

Ein Film von Wilma Pradetto

Erstausstrahlung am 09.09.2008 rbb