Israelische Soldaten, 1967
Israelische Soldaten, 1967 | Bild: rbb/Yossi Limor

- Zensierte Stimmen

Mit einem Tonbandgerät ausgerüstet, begab sich der Schriftsteller Amos Oz mit Abraham Shapira in die Kibbuze Israels und befragte Soldaten zu ihren Erlebnissen im Sechstagekrieg. Doch ihre Stimmen wurden nie gehört. Sie wurden von der israelischen Armee zensiert. Heute, nach Ablauf der 50 Jahre währenden Zensur, lässt der Dokumentarfilm die Stimmen wieder aufleben.

Die israelische Regisseurin Mor Loushy hat die Stimmen über den Krieg in ihrem aufrüttelnden Dokumentarfilm "Censored Voices" (2015), so der Titel im Original, verarbeitet.

Auch das bisheriges Weltbild der Regisseurin hat sich dadurch verändert:

"Jetzt, wo die Aufnahmen von damals wieder zu hören sind, entsteht ein echtes Bild von diesem Krieg, der so anders verlief, als uns Kindern beigebracht wurde. Es ist ein trauriges Bild, ein tragisches." Mor Loushy

Israelische Soldaten, 1967 , Bild: rbb/Dan Arazi
Israelische Soldaten, 1967

Der Sechstagekrieg endete 1967 mit dem Sieg Israels. Der jüdische Staat schien nun gesichert. Im Triumph des siegreichen Augenblicks gab es kaum jemanden, der die Konflikte der Zukunft hätte voraussehen können. Doch schon damals gab es die Stimmen der Soldaten. Die jungen Männer waren als Sieger in ihre Häuser zurückgekehrt, viele jedoch verwirrt, traumatisiert, voller Angst und Schuldgefühle.

Amos Oz, Quelle: rbb/arte
Amos Oz

Auf beeindruckende Weise hatte der junge jüdische Staat seine militärische Überlegenheit demonstriert. Amos Oz war zum damaligen Zeitpunkt noch kein international gefeierter Schriftsteller. Er war ein einfacher Soldat, der am Sechstagekrieg teilgenommen hatte und nach Kriegsende fühlte, dass sich hinter der Euphorie noch etwas anderes verbarg.

Amos Oz lauscht seiner Stimme auf einer Originalaufzeichnung von 1967. Bild: rbb/Avner Shahaf
Amos Oz lauscht seiner Stimme auf einer Originalaufzeichnung von 1967.

Oz und Shapira fragten die Männer nach ihren Kriegserlebnissen. Die Soldaten beschrieben sich selbst als zerrissen zwischen dem Gefühl des Triumphes und dem Gefühl von Schmerz, Scham und Unheil. Aufgrund ihrer Brisanz wurden die Tondokumente von der israelischen Armee zensiert.

Heute, nach Ablauf der fast 50 Jahre währenden Zensur, lässt der Dokumentarfilm CENSORED VOICES die Stimmen wieder aufleben. Sie erzählen, was Krieg bedeutet – in einem universellen Sinne.

Ehemaliger Soldaten hören sich die Tonbandaufzeichnungen an. Quelle: rbb/arte
Ehemaliger Soldaten hören sich die Tonbandaufzeichnungen an.

Wie wären wir als Gesellschaft geworden, wenn wir diesen Stimmen Raum gegeben hätten?

Die Regisseurin Mor Loushy über ihren Film: "Jetzt, wo die Aufnahmen von damals wieder zu hören sind, entsteht ein echtes Bild von diesem Krieg, der so anders verlief als uns Kindern beigebracht wurde. Es ist ein trauriges Bild, ein tragisches. Und während ich diesen Stimmen lausche, stellt sich mir nur eine Frage: Wie wären wir als Gesellschaft geworden, wenn wir diesen Stimmen Raum gegeben hätten?"

Film von Mor Loushy

Erstausstrahlung 06.06.2017/arte

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