Staatskarossen-Quartett, Quelle:rbb
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- Karossen der Macht

Wer hat den Längsten, wer den Schönsten? Und wer fährt welchen? Die Wagen der Herrschenden sind Prestigeobjekte. Eine Art Autoquartett mit Bewegtbildern. Vom Honecker-Volvo bis zum Kohl-Mercedes, fachkundig kommentiert von Autopapst Andreas Kessler.

 

Die Wagen der Herrschenden sind Prestigeobjekte. Der Kalte Krieg zwischen der DDR und der BRD wird auch auf der Straße ausgetragen. Alles beginnt mit dem Mercedes Benz 300d im Jahr 1951.

Dieser Wagen war so hoch gebaut, dass Konrad Adenauer mit Hut darin sitzen konnte. Das war ihm offenbar wichtig. Der Tschaika von Walter Ulbricht trumpft 1959 mit fast verdoppelter PS-Zahl auf. Sein 2,6 Tonnen schwerer Stahlkoloss aus sowjetischer Produktion wäre sonst wohl kaum von der Stelle gekommen. Der Wagen sieht nicht zufällig aus wie ein US-Auto. Der Tschaika ist ein Nachbau des Packard Patricion.

Der ist 6,24m lang, fast 27 Liter Superbenzin auf 100 km. Mit diesem Gefährt wurden Königinnen vom Flughafen abgeholt und Päpste kutschiert. Derweil versucht eine andere Marke, in höchste Regierungskreise aufzusteigen. Der Opel Diplomat. Das Spitzenmodell aus Rüsselsheim wird jedoch so unseriös präsentiert, dass er es nicht in den diplomatischen Dienst schafft.

Honeckers kantige Antwort heißt Volvo 240 TE. Mit dem 6-Meter-Import aus Schweden verabschiedet sich die DDR-Regierung endgültig vom sowjetischen Fahrzeugbau. Die DDR überrascht im Jahr 1978 mit der französischen Limousine Citroen CX 25 Prestige Turbo. In Sachen Federung - internationale Spitzenklasse.

Sieger bleibt wohl der Mercedes. In dem Modell W 140, einem 408 PS-Schiff, das dem Kanzler auf den Leib geschnitten schien, gewinnt Helmut Kohl den kalten Krieg.

Aber es geht auch ganz anders. Mit seinem R4 zeigte Papst Franziskus, der oberste Staatsmann des Vatikan, allen Regierenden, wie viel Auto man wirklich braucht.

Beitrag von Felix Krüger

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