Innerhalb von zwei Jahren entstanden 400 Gebäude einer Munitionsfabrik, versteckt im Wald bei Forst.
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Innerhalb von zwei Jahren entstanden 400 Gebäude einer Munitionsfabrik, versteckt im Wald bei Forst. | Bild: rbb

- Das verschwundene Forst und seine Geheimfabrik

Lange rätselten die Bewohner von Forst-Scheuno, was in den 1930rer Jahren da hinten im Wald hinter Stacheldraht gebaut wurde. Eine Schokoladen- oder Makaronifabrik hieß es anfangs. Unter dem Decknamen "Wald" entstand: Eine gigantische Produktionsstätte der Deutschen Sprengchemie Gmbh.

Die Fabrik umfasste 400 Gebäude, 75 Kilometer Straßen und 38 Kilometer Gleisanlagen, die bis 1945 Hitlers Krieg gegen halb Europa am Leben hielt. 1400 Menschen stellten hier militärisches Pulver für Patronen, Flak- und Artilleriegeschosse her. Viele Forster und Menschen aus der Umgebung wurden hier zur Arbeit ‚dienstverpflichtet‘, aber auch Kriegsgefangene und osteuropäische Zwangsarbeiter schufteten im Werk.

Seit den 70-er Jahren besucht Eberhard Detert auf polnischer Seite das gigantische Betriebsgelände, das immer mehr verfiel. Seine Mutter lebte bis 1945 in der Forster Neustadt, im Stadtteil Scheuno, den es heute nicht mehr gibt. Scheuno wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf der östlichen Seite der Neiße abgetragen. Seine Steine wurden für den Wiederaufbau von Warschau verwendet. Die Heimat von Eberhard Deterts Mutter verschwand und mit ihr auch eine der geheimnisumwitterten Rüstungsbetriebe. Eberhard Detert aber lassen die Geschichte von Forst-Scheuno, seiner geheimen Sprengstoffabrik und die heutigen Ruinen im ‚Bunkerwald‘ nicht mehr los.

Ein Beitrag von Maren Schibilsky.

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