Seile an einem Schiff, Quelle: rbb
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Bild: rbb

- Die Minifregatte vom Wannsee

Sie sieht aus wie eine Fregatte und hat auch die dazugehörigen Kanonen an Bord - aber sie segelt auf dem Wannsee und anderen Havelseen. Der Miniaturnachbau einer englischen Fregatte der Royal Navy hat eine bewegte Geschichte.

Die Segel für die Royal Luise wurden 1832 das erste Mal gesetzt. Das Geschenk des britischen Königs an Friedrich Wilhelm III. sah aus wie ein Kriegsschiff – nur dass es drei mal kleiner war. Das Abbild einer englischen Fregatte lag in Potsdam an der damaligen Matrosenstation, gleich neben der Glienicker Brücke.

Dort verbrachten die jungen Prinzen Heinrich und Wilhelm viel Zeit und so wurde die Minifregatte so etwas wie ein Spielzeug für sie. Die beiden entwickelten eine große Leidenschaft für die Seefahrt. Wilhelm wurde 1888 Deutscher Kaiser und aus der spielerischen Freude am Segel setzen waren inzwischen große Seemachtträume geworden.

In seiner Regierungszeit ließ er innerhalb weniger Jahre die zweitgrößte Kriegsflotte der Welt bauen. Dieses Großmachtstreben war auch Ursache für den ersten Weltkrieg. Nach vier Jahren meuterten die Matrosen gegen das Kreigstreiben und läuteten damit die Revolution von 1918 ein.

Der Monarch selbst war mehr als die Hälfte eines Jahres in der Welt unterwegs und das zumeist auf dem Wasser. Dem Schiff seiner Kindheitsträume blieb er treu. Als Kaiser hat er oft Marineoffiziere auf die Minifregatte eingeladen und den Anker lichten lassen.

die Royal Louise auf der Havel, Quelle: rbb

Die Royal Luise wurde nach 1918 von einem Segelverein genutzt und später von den Nazis in einer Marineschule ausgestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Alliierten das Abwracken des Schiffes angeordnet. Die heutige Minifregatte ist eine originale Rekonstruktion und segelt auf den Havelseen.

Ein Beitrag von Frank Overhof

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Echt ma jetze!

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