Walzwerk Oranienburg (Quelle: rbb)
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- Walzwerk Oranienburg

Vor genau 25 Jahren wurde es dicht gemacht! Und vor 22 sogar abgerissen - das Kaltwalzwerk Oranienburg. Obwohl es zu den modernsten Werken dieser Art zählte. Jetzt steht dort ein Supermarkt.

Millionen hatte die DDR-Regierung noch kurz vor der Wende in das modernste Kaltwalzwerk Ostdeutschlands, vielleicht sogar Europas investiert. Kein Wunder, dass es nach 1990 von der Treuhandanstalt sofort verkauft werden konnte. Die neuen Werksbesitzer: die Krupp AG.

Walzwerk Oranienburg (Quelle: rbb)
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Doch statt versprochener Investitionen und Arbeitsplatzzusagen verkündet Krupp im Mai 1993 das Aus. Krupp hatte das Werk anscheinend nur gekauft, um dessen Kapazität vom Markt zu nehmen.

Die Versprechungen der Werkskäufer waren nicht einklagbar, da keine Sanktionsklauseln vereinbart wurden. Der damalige Betriebsratsvorsitzende, Gerhard Horn, fühlte sich in dieser Niedergangsphase von der Politik alleingelassen. Zu klein war wohl das Werk um eine aufwändige Rettungsaktion zu starten. Anders als beim Eisenhüttenstädter EKO, dem größten ostdeutschen Stahlproduzenten. Regierung, Treuhand und Belegschaft kämpften dort gemeinsam. 12.000 Mitarbeiter und eine komplett abhängige Stadt – das waren starke Argumente. Es wurde konkurrenzfähig gemacht und gehört heute zum Arcelor-Mittal-Konzern. Etwa 3000 Menschen arbeiten noch heute in dem Unternehmen, ebenso viele im Umfeld.Ein Beitrag von Angelika Fey  

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